Abrissbagger kommt - wann, ist noch offen

Haus muss für Bahnhofsvorplatz weichen - Bewohner wollen nicht aufgeben

Steht den Plänen im Wege: Das Haus am Bahnhofseingang auf der Westseite muss früher oder später weichen. Vorn die steile Treppe kommt weg, ein behindertengerechter Bahnhofszugang soll geschaffen werden. Foto: Schankweiler- Ziermann

Bebra. Die Tage des Hauses an der Westseite vor dem Bebaer Bahnhof sind gezählt. Im nächsten Jahr kommt der Abrissbagger - nur wann, das ist noch offen. Im Zuge der Stadtsanierung soll hier der Bahnhofseingang behindertengerecht neu gestaltet werden. Da steht das Haus im Weg.

Die Eigentümerin möchte das Haus nicht verlassen und befindet sich zurzeit mit der Stadt in einem Rechtsstreit. Bürgermeister Uwe Hassl hofft allerdings noch auf Vermittlung des Gerichts und eine gütliche Einigung: „Wir wollen den Rechtsstreit möglichst einvernehmlich regeln“, sagt Hassl. Er weist darauf hin, dass sich die Stadt bereits im Besitz des Hauses befinde. Ende August sei bereits die sogenannte „Besitzeinweisung“ an die Stadt eingetroffen. Die Eigentümerin streite nun aber gegen den Sofortvollzug des vorläufigen Enteignungsverfahrens.

Mit einem ersten Termin vor dem Landgericht rechnet der Verwaltungschef im Januar. Wenn das Gericht sich dann bereits deutlich äußere, komme man um eine Zwangsräumung nicht herum. „Das Objekt wird einfach benötigt“, sagt Hassl. Schon jetzt könnte die Stadt das Gebäude aufgrund der Besitzeinweisung abreißen. Er wolle jedoch keinen Schnellschuss, sondern die Entscheidung des Gerichts abwarten, erklärt Hassl. Dieses werde deutlich machen, dass die bisherigen Eigentümer kein Recht mehr zur Bleibe hätten und natürlich entsprechend entschädigt würden. Die städtebaulichen Ziele hätten Vorrang, sagte Hassl. Das ganze Verfahren hätte schon vor zwei Jahren eingeleitet werden müssen, kritisiert der Bürgermeister, der erst seit Frühjahr im Amt ist.

Der Hauseigentümerin habe man Ersatzobjekte angeboten, so etwa ein Haus an der Apothekenstraße sowie eine Eigentumswohnung im Gebäude der Spardabank. Trotz eines Sperrvermerks im Grundbuch sei aber noch eine neue Heizung in das alte Haus vor dem Bahnhof eingebaut worden. Dazu sei nicht die erforderliche Zustimmung vom Sanierungsträger eingeholt worden.

„Man stellt sich nicht einfach einer Stadtsanierung in den Weg“, sagt der Bürgermeister.

Trotzdem ist Hassl noch zuversichtlich, dass der bisherigen Eigentümerin und der Stadt eine Zwangsräumung erspart bleibt. Sie erhalte natürlich eine Entschädigung im Rahmen des Schätzwertes.

Mit einer erstinstanzlichen Entscheidung des Landgerichts rechnet Hassl Mitte bis Ende nächsten Jahres. Handeln wolle die Stadt aber schon, wenn das Gericht bereits im Januar eine deutliche Stellungnahme abgibt. „Sonst ist ja auf der Bahnhofs-Westseite fast alles fertig.“

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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