Mit vollem Herzen dabei

Hebamme Vera Scheib bezieht die Räume der ehemaligen Bäckerei Rehwald in Bebra

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Vor der Tür ihrer Praxis, in der vor Jahren die Bäckerei Rehwald ansässig war: Hebamme Vera Scheib. Im Sommer will sie heiraten und wird dann Vera Kahnert heißen.

Bebra. Es waren über 300 Geburten, die die Hebamme Vera Scheib betreut hat, als sie zu zählen aufhörte. „Jede Geburt ist anders, das ist das Tolle“, sagt sie.

Bei dem großartigen Ereignis ist sie als freiberuflich Tätige zwar nicht mehr selbst die Geburtshelferin, aber als Hebamme hat sie noch viele andere Aufgaben. Sie begleitet die Frauen schon bei Kinderwunsch, von Beginn einer Schwangerschaft an und dann die Mütter und Familien, wenn das Kind geboren ist.

Wunschberuf ergriffen

In der früheren Bäckerei Rehwald an der Kasseler Straße in Bebra hat Vera Scheib eine Praxis eröffnet. Erst im vergangenen Jahr ist Vera Scheib (30) aus dem Speckgürtel Hamburgs zurück in die alte Heimat gezogen und wohnt jetzt mit ihrem Lebenspartner in Rotenburg. Sie stammt aus Heinebach, hat an der Jakob-Grimm-Schule ihr Abitur gemacht, die Ausbildung zur Hebamme in Kassel absolviert und ihren Wunschberuf ergriffen. „Ich wollte schon lange Hebamme werden“, erzählt sie. Am Anfang stand das 9. Klasse-Praktium bei der Hebamme Liane Theune (Alheim), weitere Praktika festigten ihre Überzeugung, dass dies ihr Beruf wäre.

Nach der Ausbildung zog es sie nach Hamburg, wo sie in einem Team von Beleg-Hebammen die Geburtshilfe im Buchholzer Krankenhaus mit über 800 Geburten im Jahr am Laufen hielt. „Geburtshilfe lernt man nur in der Praxis“, sagt Vera Scheib. Nach sieben Jahren war nun die Zeit gekommen, dass sie wieder ländlicher und in der Nähe der Familie leben wollte.

Während es anderenorts an Hebammen mangelt, ist unsere Region noch relativ gut versorgt. Dennoch gibt es bei gleichzeitig steigender Geburtenzahl für Vera Scheibs Berufsstand viel zu tun. Ein enger Austausch besteht zwischen ihr und ihrer Bebraer Kollegin Anna Moor, beide vertreten sich auch gegenseitig.

Die Tätigkeitsfelder der Hebammen sind sehr abwechselungsreich und gehen weit über Geburtsvorbereitung, Wochenbettbetreuung und Rückbildungskurs hinaus. Viele Schwangere wüssten nicht, dass sie von Beginn an die Begleitung einer Hebamme in Anspruch nehmen könnten, sagt Scheib: bei Beschwerden wie Übelkeit, zur Vorsorge und Beratung und später zum Beispiel bei Beckenendlage des Kindes. Nach der Geburt werden die Mütter zwölf Wochen oder auch darüber hinaus betreut, wenn sie noch stillen, auf Beikost umstellen oder andere Hilfe brauchen.

Zu den besonderen Angeboten von Vera Scheib gehören Akupunktur und Massage, etwa zur Geburtsvorbereitung, bei Kinderwunsch oder zur Rückbildung. Wie die meisten Hebammen kann sie wegen extrem hoher Haftpflichtkosten keine Hausgeburten anbieten.

Reich werden kann man ohnehin nicht in diesem Beruf. Man müsse mit dem vollen Herzen dabeisein, sagt Vera Scheib.

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