100. Geburtstag

Henriette Ehlert hat das Leben fest im Griff

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Ein erfülltes Leben bei guter Gesundheit: Henriette Ehlert feiert heute in Bebra ihren 100. Geburtstag – hier in ihrem Wohnzimmer, das mit den vielen Puppen, Stofftieren und anderen Gegenständen einem Museum gleicht. Foto: Vöckel

Bebra. „Ich habe immer noch das Kommando!“ – Henriette Ehlert ist eine rüstige Frau, die ihr Leben fest im Griff hat. Die ehemalige Wirtin der Bebraer Stadtschänke wird am heutigen Montag 100 Jahre alt.

Ihren Haushalt versorgt sie selbstständig. Sie kocht, backt und wäscht – und hängt auch noch die Gardinen auf. Dabei geht es ihr manchmal nicht hoch genug. Die Beine wollen nicht mehr so, wie sie es gern möchte. Doch selbstverständlich ist das alles nicht. Deshalb gibt es eine Feier für die Jubilarin von 10 bis 12 Uhr im Hotel Röse. „Zu dem Empfang sind alle eingeladen, die sich mit unserer Mutter verbunden fühlen und sie mögen“, sagt Sohn Udo Ehlert bei der Ankündigung der Geburtstagsfeier, die er zusammen mit seiner Schwester Ilse für die 100-Jährige ausrichtet. 

Neben der Familie werden Freunde, Bekannte und alte Weggefährten der Jubilarin erwartet. Mit der Einladung wollen die Kinder auch die Zweifel der Mutter zerstreuen, es kenne sie niemand mehr. Dabei hat Henriette Ehlert in den 70 Jahren, die sie in Bebra lebt, ihre Spuren hinterlassen. Als Inhaberin und Chefin der Wäscherei Hessenland sorgte sie gut 20 Jahre lang für saubere Textilien in Privathaushalten und Betrieben. Ein Einschnitt in ihrem Leben war der Tod von Ehemann Heinz, der 1972 bei einem Autounfall ums Leben kam.

40 Jahre zusammen

Henriette Ehlert gab die Wäscherei auf und betätigte sich fortan als Wirtin in der Stadtschänke, die ihrem Mann gehört hatte. Hier lernte sie auch ihren heutigen Lebenspartner Waldemar Krause kennen und lieben. Mit dem Mann aus Oberhaun ist die jetzt 100-Jährige nun schon über 40 Jahre zusammen. Gern kocht sie ihm auch sein Leibgericht: Milchsuppe.

Ernsthaft krank war sie im Alter vor 60 Jahren. Krebs wurde diagnostiziert. Eine Niere musste entfernt werden. „Man muss die Krankheit annehmen“, sagt Henriette Ehlert im Rückblick auf das für sie einschneidende Ereignis. Sie engagierte sich in der Bebraer Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs als Kassiererin im Vorstand. „Mit Geld konnte sie schon immer gut umgehen“, stellt Sohn Udo schmunzelnd fest. Ihr Haus an der Sophienstraße in Bebra musste wegen eines Neubaus aufgegeben werden. Im Tausch mit der Stadt erhielt sie ein anderes an der Goethestraße, das mit einem unverkennbaren Merkmal versehen ist: der Skulptur eines großen Gorillas auf dem Garagendach. Eine Vorliebe für große Tiere hatte Henriette Ehlert auch früher schon. Das waren zwei polnische Tatrahunde, mit denen sie durch Bebra spazierte. Wegen ihrer Größe und des schneeweißen Fells wurden Biene und Teddy auch schon mal von Passanten mit leicht getrübtem Blick für Eisbären gehalten. Seit 2007 wird jeder Geburtstag von ihr groß gefeiert. Es könnte ja der letzte sein. Der schönste sei im Vorjahr gewesen. Da habe eine Enkelin 99 Luftballons steigen lassen. Mit ihrem Leben ist Henriette Ehlert zufrieden. Dazu gehört als morgendliche Pflichtlektüre die HNA, beim Frühstück.

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