Mitgliederschwund

Herbstsynode des Kirchenkreises Rotenburg: Skeptisch bei Systemwechsel

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Gut aufgenommen und feierlich gelobt: Wie üblich verpflichtete der Vorsitzende des Kreissynode, Präses Reinhard Kerst, die erstmals an einer Versammlung des Gremiums teilnehmenden Mitglieder Karin Herwig (Heinebach), Nicole Brand (Oberellenbach), Lena-Mirka Ehrhardt (Oberthalhausen) und Jörg Weitzel (Heinebach) zur gewissenhaften Ausübung ihres Amts für die Kirchengemeinde Heinebach. Das gehört zur offiziellen Ankunft im Kirchenkreis Rotenburg.

Bebra. Als notwendig akzeptiert, vereinzelt allerdings mit Skepsis aufgenommen wurde der von der Evangelischen Landeskirche verordnete Systemwechsel.

Schon gleich zu Beginn hatte Pröpstin Sabine Kropf-Brandau als Vertreterin der Kirchenleitung betont: „Wir tun es nicht, weil es uns Spaß macht, sondern weil wir uns angesichts eines jährlichen Verlusts von 15.000 Mitgliedern neu aufstellen müssen. Wir brauchen Phantasie und Ideen, damit sich die Menschen neu für ihre, hoffentlich lebendige Kirche interessieren!“ In ein ähnliches Horn stieß Pfarrer Andreas Rohnke vom Landeskirchenamt, der die Altersstruktur der Kirchenmitglieder beleuchtete. Diese habe sich von einer „Pyramide“ zu einer „Pinie“ mit immer weniger Jüngeren und immer mehr, aber weniger Kirchensteuer zahlenden Älteren entwickelt. Nicht viel anders sehe es in den nächsten Jahren auch bei den Pfarrern aus, wo viele „Alte“ ihrer Pensionierung entgegensähen, aber nur wenige „Junge“ nachwüchsen. Auch das sei - trotz aller Sparzwänge - ein Problem, das bedacht werden müsse.

Bei der Diskussion des Pfarrstellenberechnungsmodells forderte Kantor Christian Zierenberg, dass stärker berücksichtigt werden müsse, wie gut Gottesdienste besucht seien. Pfarrer Alexander Riedel unterstrich, dass man den Inhaber einer Pfarrstelle auch als Menschen sehen müsse und nicht immer nur nach Zahlen vorgehen könne. Ähnlich sah das Pfarrer Thomas Nickel, der resümierte: „Wichtig wird sein, dass wir die Pfarrstellen so verteilen, dass wir und unsere Gemeinden damit leben können!“

Zusammenlegung der Kirchenkreise Rotenburg und Hersfeld

Auf gutem Weg sah Dekanin Gisela Strohriegl die Zusammenlegung der Kirchenkreise Rotenburg und Hersfeld. Intensiv sei vor allem an der Satzung des neuen Großkirchenkreises gearbeitet worden, der beiden Kreissynoden Ende März auf einer gemeinsamen Sitzung zur Beschlussfassung vorgelegt werde. Angeglichen worden seien zwischenzeitlich Details der beiden solide aufgestellten Haushalte. Darüber hinaus sei es Aufgabe der Finanzausschüsse, bei einer ersten gemeinsamen Sitzung im November über Grundlinien und Schwerpunktsetzungen zu beraten. Im Bereich Kinder- und Jugendarbeit wirke sich das Zusammengehen schon ab Januar positiv aus, da man bis dahin die Besetzung einer von der Landeskirche finanzierten Stelle für schulbezogene Kinder- und Jugendarbeit für Heringen und Obersuhl anstrebe.

Präses Reinhard Kerst informierte darüber, dass die Landeskirche ein Papier über „Standards für die Ehrenamtsarbeit“ vorgelegt habe. Damit seien die in die gleiche Richtung zielenden, aber noch nicht abschließend beratenen Vorschläge des Kirchenkreisvorstands in gewisser Weise überholt.

Einstimmig sprach sich die Synode dafür aus, den Ertrag der nächsten Diakoniesammlung der Rotenburger Suppenküche „La Sopa“ zur Verfügung zu stellen, und die Landeskirche zu bitten, für drei weitere Jahre Finanzmittel für die Asylverfahrensberatung in der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Alheimer-Kaserne zur Verfügung zu stellen.

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