36-Jähriger beleidigte auch Richter

"Ein Verbrecher-Bulle weniger" - Frührentner wegen Hetze auf Facebook verurteilt

Bad Hersfeld. Volksverhetzung, Billigung von Straftaten, Verunglimpfung, Beleidigung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden einem 36-Jährigen vorgeworfen.

Wegen Volksverhetzung, Billigung von Straftaten, Verunglimpfung, Beleidigung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilte das Schöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld einen 36 Jahre alten Frührentner aus Bebra zu einem Jahr Freiheitsstrafe.

Dem vorbelasteten Angeklagten, der zurzeit eine Drogentherapie in einem geschlossenen Krankenhaus absolviert, wurde jedoch wegen seiner teilweise paranoiden Zustände eine verminderte Schuldfähigkeit zuerkannt. Zudem wurde der Vollzug der Strafe für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Der Bebraner hatte im Oktober 2016 per Facebook den Mord an einem bayerischen Polizeibeamten durch einen sogenannten Reichsbürger mit den Worten „Sauber...ein Verbrecher-Bulle weniger... hat es ihm gut gegeben“ kommentiert. Später fügte er noch hinzu: „Gut, dass das Dreckschwein von Bulle noch verreckt ist.“

Der rundum geständige und zum Teil einsichtige Frührentner, der seit dem 13. Lebensjahr Rauschgift konsumiert, begründete seine Äußerungen mit eigenen schlechten Erfahrungen mit der Polizei.

Judenfeindliche Karikatur

Im April vergangenen Jahres hatte er ebenfalls auf Facebook eine judenfeindliche Karikatur geteilt, deren Inhalt er durch die Meinungsfreiheit gedeckt sah. Auch sein Verteidiger Jochen Kreissl sah in der Zeichnung Interpretationsspielräume, die das Gericht unter Vorsitz von Richter Michael Krusche dann im Urteil verneinte.

Ebenso eindeutig bewertete das Gericht die Beleidigung, als der Angeklagte in einem früheren Verfahren gegen zwei Hersfelder Richter nach einem vermeintlichen Fehlurteil diese in einer E-Mail als „verlogene Verbrecher in Roben“ bezeichnet hatte.

Das Urteil entsprach dem Antrag von Oberstaatsanwalt Gert-Holger Willanzheimer und wurde im allgemeinen Einverständnis sofort rechtskräftig. 

Merkel: "Keine Entschuldigung für Hetze und Naziparolen"

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Rubriklistenbild: © David Ebener/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.