4,5 Millionen Euro Förderung

Historischer Bahnhof Bebra: 600.000 Euro müssen noch dieses Jahr ausgegeben werden

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Das historische Bahnhofsensemble: Links der Lokschuppen, dahinter der Schornstein, rechts das Inselgebäude und auch der Wasserturm ist im Hintergrund zu sehen.

Bebra. Bis 2019 muss das Fördergeld für den historischen Bahnhof Bebra ausgegeben werden - allein 600.000 Euro davon noch dieses Jahr.

4,5 Millionen Euro stehen insgesamt für den historischen Bahnhof in Bebra zur Verfügung - der Löwenanteil von 3,5 Millionen kommt aus Berlin für den Erhalt nationaler Denkmäler.

Dass diese Summe trotzdem nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, betonte Stefan Knoche von der Stadtentwicklung Bebra (SEB). Sie befasst sich mit der Sanierung und späteren Nutzung des Lokschuppens II, des Kesselhauses samt Schornstein und des Empfangs- oder auch Inselgebäudes.

Knoche erläuterte den Stand der Dinge auf einer Veranstaltung, zu der die FDP/BFB-Fraktion eingeladen hatte. Bodo Breitbart (FDP) hatte betont, es gehe nicht um eine Parteiveranstaltung, sondern um die Frage „Was machen wir mit dem Lokschuppen?“ 18 interessierte Männer - fast alles Eisenbahner - waren gekommen.

Der Lokschuppen von innen.

Bis 2019 muss das Fördergeld laut Knoche ausgegeben sein, allein 600.000 Euro noch in diesem Jahr. Das setzt die SEB unter Zeitdruck. Denn auch die Nutzung muss geklärt werden, die Denkmalpflege redet mit, Lärm- und Brandschutz.

Ausstattung 

Mehr zum Eisenbahnknotenpunkt in Bebra gibt es im RegioWiki.

Ob eine Heizung in den Lokschuppen kommt, ist noch nicht geklärt, denn „das Geld ist endlich“, sagt Knoche. Vorgesehen ist eine Dämmung unterm Dach. Platz wird für 420 Stühle sein, außerdem gibt es einen Thekenbereich, Räume für Stühle und Tische, Sanitärbereich und eine Garderobe für Künstler. Als Bühne soll ein Niederflugwagen dienen, gedacht ist auch an eine Ausstellungslok als Kulisse. Eine Grube soll erhalten bleiben und mit einem Glaselement abgedeckt werden.

Ob eine Glaskonstruktion im Innern als Brandschutz von der Denkmalpflege aktzeptiert wird, steht noch nicht fest. Erhalten bleiben zwei äußere Türen und die Kalksandsteinwand, ebenso ein Durchfahrtsgleis zum Lokschuppen I. Vor den Eingang kommt ein Glasdach.

Nutzung 

Elf Veranstaltungen nach 22 Uhr sind vorgesehen. Problematisch ist der Lärmschutz. Die Halle muss sich finanziell tragen. Die Nutzungskosten sollen bezahlbar bleiben und zwischen dem Haus des Gastes und der Schildehalle liegen.

Was läuft zurzeit? 

Momentan ist die SEB dabei, die Bauanträge für den Lokschuppen fertigzumachen. Ab Sommer hofft Knoche, ausschreiben zu können.

Der Schornstein wird in den nächsten Monaten aus statischen Gründen um drei Meter gekürzt und neu verfugt. Das Kesselhaus bekommt ein neues Dach mit Dämmung und eventuell Solarpanel, zwei Kessel sollen entfernt, ansonsten viel erhalten werden. Die Nutzung für Gastronomie gestaltet sich schwierig, es sollen aber Sitzbänke aufgestellt werden. Die Nutzung durch Vereine, zur Regionalvermarktung und als Lagermöglichkeit für Stühle/Tische ist angedacht.

Bürgermeister Uwe Hassl lobte die SEB für „sehr gute Arbeit“. Er betonte, ohne die Fördermittel wäre das alles nicht möglich, es werde aber kein „Luxusprestigeobjekt“. Die Drehscheibe werde nicht voll drehbar sein, weil die Fußgänger über sie vom P+R-Parkplatz zum Bahnhof laufen müssen. Hassl versprach aber, der Lokschuppen werde ein Aushängeschild für die Region. Auch der FDP-Bundestagskandidat erklärte, das Projekt findet in der Region Beachtung. Er mahnte mit Blick auf das Eschweger E-Werk, die Folgekosten im Blick zu behalten.

Lokschuppen I 

Auch der Lokschuppen I, der der Bahn gehört und durch dessen Dach nach den Worten von Thomas Mühlhausen Wasser dringt, wurde angesprochen. Er empfahl, sofort zuzuschlagen, wenn die Bahn das Gebäude loswerden wolle.

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