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Impfnachfrageim Kreis Hersfeld-Rotenburg bricht ein - Kaum Interesse an Novavax

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Von: Sebastian Schaffner

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Vakzin Novavax wird in einer Hand gehalten
Der Proteinimpfstoff Novavax wird im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kaum nachgefragt. (Symbolbild). © Foto: imago images/MiS

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg bricht immer mehr ein. Das belegen Zahlen aus den Hausarztpraxen und den Impfstationen in Bad Hersfeld und Bebra.

Hersfeld-Rotenburg – Demnach haben sich in den vergangenen vier Wochen nur noch insgesamt rund 4500 Menschen für einen Piks gegen das Virus entschieden. Zum Vergleich: So viele Spritzen verbrauchten Ärzte und Impfteams im Dezember, zum Start der Booster-Impfungen, innerhalb weniger Tage.

Große Effekte auf die Impfquote hat auch die Einführung des Novavax-Impfstoffs nicht gebracht, dem fünften in der EU zugelassenen Vakzin. Das proteinbasierte Präparat ist seit Anfang des Monats in den Impfstationen verfügbar. „Wir verzeichnen eine geringe Nachfrage“, sagt Leiterin Maike Henning. Beide Standorte, im Bebraer „be!“ und im Bad Hersfelder MVZ (Frankfurter Straße 7), sollen allerdings vorerst erhalten bleiben. Sie haben jeweils sieben Tage die Woche, von 11 bis 18 Uhr, geöffnet.

Das soll zumindest im März auch so bleiben, teilt das für die Impfstationen zuständige Klinikum Bad Hersfeld mit. „Sollte die Nachfrage weiterhin gering bleiben, haben wir Optionen wie die Öffnungszeiten anzupassen“, so Klinikumsprecher Werner Hampe. Ziel sei es jedoch, auch perspektivisch vormittags und nachmittags Impfmöglichkeiten anzubieten.

In den Hausarztpraxen im Landkreis ist Novavax nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) noch nicht einmal abgerechnet worden. „Vom „Gamechanger“ ist Novavax also weit entfernt“, sagt KVH-Sprecher Karl M. Roth. Insgesamt stagniere die Impfkampagne. Roth: „Wahrscheinlich ist der Teil der Bevölkerung, der sich impfen lassen will, nun geimpft, der restliche Teil will dies wahrscheinlich nicht.“

Die Arbeitsmedizinische Untersuchungsstelle in Bad Hersfeld (AUst), eine der größten Betriebsarztpraxen der Region, bietet vorerst gar keine Corona-Impfungen mehr an. „Die Nachfrage ist einfach nicht da“, sagt Florian Michl, kaufmännischer Leiter der AUst. (Sebastian Schaffner)

61 Prozent im Landkreis sind geboostert

Nach Angaben von Landkreis, Kassenärztlicher Vereinigung und den Betriebsärzten der AUst haben bislang 74 Prozent der Kreisbevölkerung mindestens eine Corona-Impfung im Arm (Bundesdurchschnitt: 76,5), 72 Prozent sind zweitgeimpft (Deutschland: 75,8). Die erste Booster-Spritze haben 61 Prozent (Deutschland: 58,1), 1190 Menschen waren schon bei der vierten Impfung – also ein Prozent der Kreisbevölkerung. Offizielle Impfstatistiken auf Kreisebene gibt es nicht. (ses)

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