Ingrid Ehlert züchtet Singvögel und ist darin Europameisterin

+
Preisgekrönte Vogelzüchterin: Ingrid Ehlert aus Bebra räumt bei Meisterschaften regelmäßig Titel ab, hier mit einer Stieglitz-Kanarienvogel-Kreuzung (im Käfig, von links) und einem Mischling aus Gelbbauchgirlitz und Kanarie.

Bebra. Dompfaff, Kanarienvogel, Zeisig: Kaum eine Frau kreuzt so erfolgreich Singvogelarten wie Ingrid Ehlert. Die 68-jährige Vogelzüchterin aus Bebra ist amtierende Europameisterin.

Wenn die jetzt beginnende Brutzeit erfolgreich verläuft, will sie im Herbst ihre Titelsammlung ausbauen.

„Angefangen hat alles eher zufällig“, erinnert sie sich. Ende der 90er-Jahre kam ihr Mann auf die Idee, sich Vögel anzuschaffen. „Erst wollte er Tauben haben, ich war aber wegen der zu befürchtenden Hinterlassenschaften dagegen“, sagt Ehlert. Also fiel die Wahl auf Kanarienvögel.

Da sich ihr Mann aus beruflichen Gründen nur selten um die singenden Piepmätze kümmern konnte, nahm Ingrid Ehlert sie unter ihre Fittiche. Mit der Zeit fand sie Gefallen daran, trat dem Vogelzuchtverein Bebra und Umgebung bei und feierte schließlich erste Erfolge.

Für Bebra zur WM 

Auf gewonnene Vereinsmeisterschaften folgten Landestitel, inzwischen tritt sie mit ihren Vögeln sogar bei Weltmeisterschaften an - und belegte bei der WM im Januar zwei vierte Plätze. Ihr Mann kommt zuhause indes kaum noch nach, alle Urkunden, Medaillen und Pokale in Vitrinen und Schaukästen auszustellen.

Wie viele Preise sie inzwischen abgeräumt hat, weiß sie nicht. Sicher scheint nur: Es werden wohl noch weitere folgen. „Bei der Europameisterschaft im Spätherbst möchte ich meinen Titel nach Möglichkeit verteidigen“, sagt sie. Da bei den meisten Wettbewerben ausschließlich Jungtiere gemeldet werden dürfen, komme es nun natürlich auch auf entsprechenden Nachwuchs an. „Wenn Hahn und Henne nicht zueinanderfinden, muss man das akzeptieren“, sagt Ingrid Ehlert.

Ziel des Kreuzens ist es, Jungtiere zu züchten, die bei Wettkämpfen gut ankommen. „Während die eine Jury mehr Wert auf ein hübsches Gefieder legt, achten andere mehr auf eine gute Haltung oder schönen Gesang“, sagt Ehlert, die auch schon mal rote Kanarienvögel züchtet, um die Wettkampfrichter zu beeindrucken.

Freie Hand haben Vogelzüchter übrigens nur bedingt: „Wir müssen uns an strenge Vorgaben halten“, erklärt Ehlert, die jedes ihrer rund 100 Tiere mit individuellem Futter verwöhnt.

Bei Zucht herrscht Ordnung 

So darf sie beispielsweise nur bestimmte Arten verpaaren, muss sämtliche Tiere mit einem Ring kennzeichnen und jedes Küken dem Regierungspräsidium in Kassel melden. „Bei der Zucht hat alles seine Ordnung“, betont Ehlert, die bis zu 150 Euro in „frisches Blut“ investiert, wie sie den Zukauf neuer Vogeleltern nennt.

Ihr Hobby finanziert übrigens ihr Mann wohlwollend mit. Er trage, sagt sie augenzwinkernd, schließlich ja auch eine Mitschuld, dass sie überhaupt erst damit angefangen hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.