Islamische Vereine im Kreis verurteilen den Terror

+
Töten ist Sünde: Yalcin Solak, Imam Celal Dogan, Hasan Hüseyin Corum und Altin Bas (von links) von der Türkisch-Islamischen Gemeinde fürchten, unter Generalverdacht gestellt zu werden.

Bebra. Konkrete Konflikte vor Ort fürchten die Vertreter der islamischen Gemeinden in Bebra und Bad Hersfeld nach den Ereignissen der vergangenen Wochen nicht.

Gleichwohl sorgen sie sich um das Bild des Islam, und auch sie fühlen sich von Karikaturen wie denen des französischen Magazins „Charlie Hebdo“ gekränkt.

„Man darf den Propheten nicht abbilden“, sagt Hasan Hüseyin Corum von der Türkisch-Islamischen Ditib-Gemeinde Bad Hersfeld. Deren Vorsitzender Yalcin Solak erklärt das damit, dass dieser nicht „vergötzt“ werden solle. „Wir können es nicht akzeptieren, wenn sich jemand über unseren Glauben lustig macht, wie auch wir uns nicht über andere Religionen lustig machen“, so Corum. Die neuen Karikaturen des Satiremagazins empfinden die Muslime als Provokation.

„Friedliche Religion“ 

Bei aller Empfindsamkeit sei aber eines natürlich klar: Nichts rechtfertige es, andere Menschen zu töten. „Auch im Islam ist das Töten eine Sünde“, erklären die Muslime. „Der Islam ist eine friedliche Religion.“ Auch der Ditib-Bundesvorstand verurteilte die Anschläge in Paris als „niederträchtig und absolut inakzeptabel“.

Auf Offenheit und viele Kontakte setzt der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Ditib in Bebra, Fatih Evren. „Gott allein schenkt und nimmt uns das Leben“, erklärt er die Sünde des Tötens mit Blick auf den Koran. Auch auf der Arbeit habe er in den vergangenen Tagen mit seinen Kollegen auf Nachfrage über das Thema diskutiert.

Der Ditib-Verein in Bebra hat aktuell etwa 110 feste Mitglieder. „Unsere Moschee ist für jeden geöffnet“, sagt Evren. Dabei sind nicht nur türkische Muslime zu Gast, sondern auch deutsche, albanische oder äthiopische.

Von Nadine Maaz 

Mehr lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Rotenburg-Bebra.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.