Safer Sex ohne Zähne

Viel Beifall für Kabarettabend mit Sia Korthaus im Bebraer Rathaussaal

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Britta aus Rochlitz und Britta aus Mecklar im Rathaussitzungssaal zu Bebra: Anita Knispel-Heise (von links) vom Landfrauenverein Fuldastrand mit ihren „Mädels“ Heidi Curth, Sia Korthaus mit Handpuppe Britta von Haselhof, Britta Kersch, Maria Steinhauer, Hedi Sunkel und Bärbel Grohmann. 

Bebra. Dass die in der Eisenbahnerstadt nicht unbekannte Künstlerin Sia Korthaus bei ihrem Lust-auf-Laster-Auftritt im Rathaussitzungssaal ihre Handpuppe Britta mitbringen würde, war bekannt.

Dass die kleine, sächselnde Britta von Haselhof eine Großcousine von David Hasselhoff und zunächst einmal eine schüchterne, dann aber gewaltig aufblühende und sogar Limbo tanzende Showpraktikantin ist, stellte sich erst im Laufe des vom Frauennetzwerk Hersfeld-Rotenburg und vom Kulturzug Bebra initiierten, bestens besuchten und begeisternden Kabarettabends heraus.

Namensvetterin Britta Kersch, die mit ihr in der ersten Reihe sitzenden Vorstandsmitglieder des Ludwigsauer Landfrauenvereins Fuldastrand, und die vielen Frauen des bis auf einige wenige Ausnahmen weiblichen Publikums hatten auf jeden Fall viel Spaß. Sie sahen sich angesichts der sich immer mehr trauenden kleinen Britta vielleicht auch in ihrer Grundüberzeugung bestätigt, dass man es bei allen Gelegenheiten „wagen“ sollte – sofern man es nicht längst schon tut.

Und dass man sich – wie die Protagonistin des Abends, die in Westfalen zur Schule gegangene und unter anderem im Rheinland ausgebildete Sia Korthaus – zu seinen Lastern bekennen sollte.

Die in verschiedenen Rollen auftretende, herrlich sauerländisch, rheinisch, sächsisch und wienerisch näselnde 49-jährige Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin tat das ganz bewusst: „Völlerei – Wollust – Faulheit – und dann wieder von vorne!“ Ganz bewusst aber auch: „Putzsucht gehört nicht zu meinen Lastern!“

Kabarettistin Sia Korthaus: Besser Frust-Shoppen

Als Oma Emmi offenbarte sie ihre in vielen Jahren erworbene Kernkompetenz: „Meine ersten Doktorspiele habe ich schon unter Kaiser Wilhelm gemacht, aber jetzt praktiziere ich Safer Sex – alles ohne Zähne!“ Mit Herrn Herkenrath von den Fidelen Faustkeilfreunden ging sie in der Eifel auf Höhlentour und Mammutjagd.

Vom Putzwahn ihrer Mutter berichtete sie, dass der so ausgeprägt war, dass die Mutter nach dem Kauf eines neuen Teppichs den alten über den neuen gelegt hat.

Und Britta ließ sie erzählen, wie es dem Hai erging, nachdem er eine Blondine verspeist hatte und wenig später sagte: „Die war so hohl, dass ich eine Woche lang nicht tauchen konnte!“

Naheliegend, dass Sia Korthaus auch über das bei Politikern verbreitete Laster Machtgier herzog und das im Vergleich dazu geradezu unbedeutende, bei Frauen jedoch weit verbreitete Laster „Shoppen“: „Besser Frust-Shoppen als Frust-Fressen!“ Wobei für sie klar war, dass Essen ein schönes Laster ist, und dass es ohne Wollust nicht geht.

Ihr abschließender Rat: „Begeht keine Dummheit zweimal, das Angebot ist groß genug!“ Ein letztes Lied, langanhaltender Applaus und eine ausgefeilte Poetry-Slam-Zugabe beendeten einen runden Abend – auch für Männer.

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