Direkt auf die B27

Kalksteinbruch Gilfershausen: Firma Beisheim legt neuen Plan für Zufahrtsweg vor

Reiches Kalksteinvorkommen: Mit einem millionenschweren Projekt soll der Kalksteinbruch zwischen Gilfershausen und Braunhausen – auf dem Foto direkt über dem leuchtenden Baum im Vordergrund zu sehen – erweitert werden. 
+
Reiches Kalksteinvorkommen: Mit einem millionenschweren Projekt soll der Kalksteinbruch zwischen Gilfershausen und Braunhausen – auf dem Foto direkt über dem leuchtenden Baum im Vordergrund zu sehen – erweitert werden. 

Die Bebraer Firma Beisheim will den Kalksteinbruch bei Gilfershausen erweitern, über 30 Jahre könnten dort 3,6 Millionen Tonnen abgebaut werden.

Das mehrere Millionen Euro schwere Projekt stößt auf Widerstand – auch, weil in den angrenzenden Ortsteilen und der Bebraer Kernstadt ein erhöhtes Lkw-Aufkommen befürchtet wird. Nun hat das Unternehmen eine neue Zufahrts-Variante vorgelegt.

Sie führt vom Kalksteinbruch über Wirtschafts- und Waldwege der Stadt direkt zur B27 unterhalb von Asmushausen. Das Bebraer Stadtparlament soll bei der Sitzung am 14. Mai im Bebraer Lokschuppen über eine Wegenutzungsvereinbarung und den Verkauf von Flächen im Abbaugebiet entscheiden.

„Der Hauptkritikpunkt war immer der Lkw-Verkehr“, sagt Beisheim-Geschäftsführer Marcus Weber. „Dafür haben wir, auch mithilfe der Stadt, eine gute Lösung gefunden.“ Die knapp vier Kilometer lange Zufahrts-Variante würde oberhalb des Braunhäuser Reitplatzes auf die Kreisstraße stoßen, dort einige hundert Meter verlaufen und dann an der Kreuzung zur Braunhäuser Straße bei Gilfershausen auf die Wirtschafts- und Waldwege der Stadt abbiegen. Südlich von Asmushausen fahren die Lkw dann auf die B27.

So sieht die neue Route aus.

„Damit tangieren wir weder Braunhausen, Gilfershausen noch die Kernstadt“, sagt Weber. Die neue sogenannte Vorzugsvariante verdrängt den bisherigen Plan für die Zufahrt, die vom Kalksteinbruch serpentinenförmig auf die Kreisstraße zwischen Gilfershausen und Imshausen führen sollte. Auch die schon bestehende Zufahrt in Braunhausen soll kein Thema mehr sein. Weber hofft darauf, dass der Ärger über die geplante Erweiterung damit abnimmt.

Entwickelt wurde die Vorzugsvariante vom Rotenburger Planungsbüro Wacker und Eberhard, unter anderem in Rücksprache mit der Oberen Naturschutzbehörde, Hessen Mobil und der Stadt. „Über 80 Prozent verlaufen auf vorhandenen Wegen“, sagt Heinrich Wacker. Diese müssten stellenweise zwar ausgebaut werden, etwa mit Ausweichbuchten, seien aber in großen Teilen für den nicht gerade schmalen landwirtschaftlichen Verkehr ausgelegt. Die Planer haben für die Vorzugsvariante von drei möglichen Anschlussstellen an die Bundesstraße diejenige ausgewählt, die am südlichsten von Asmushausen auf die B27 stößt.

Die Stadtverordneten sollen am 14. Mai entscheiden, ob Beisheim die Nutzung der Wege gestattet wird. Eine entsprechende Vereinbarung regelt dann die Kosten für Neu- und Ausbau sowie die Unterhaltungspflichten und soll eine Grundlage für das noch ausstehende Genehmigungsverfahren zur Kalksteinbrucherweiterung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz schaffen.

Außerdem soll das Parlament bereits die Zustimmung zum späteren Verkauf von Flurstücken an das Unternehmen mit insgesamt knapp 10.000 Quadratmetern Fläche geben, die innerhalb des Abbaugeländes liegen würden. Voraussetzung ist eine erfolgreiche Genehmigung für die Erweiterung. Die Stadt soll dabei – neben dem Verkaufspreis – eine Vergütung pro abgebautem Kalkstein-Kubikmeter unter den Flächen erhalten. „Es geht jetzt um die Zustimmung der Stadtverordneten, bevor wir das Verfahren anstoßen können“, sagt Beisheim-Chef Weber.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.