Erster Gottesdienst am Sonntag

Christoph Brunhorn ist neuer Pfarrer in Bebra

Das Bild zeigt Christoph Brunhorn mit Auferstehungskirche im Hintergrund und Gitarre im Anschlag.
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Christoph Brunhorn mit Auferstehungskirche im Hintergrund und Gitarre im Anschlag. Der 38-Jährige ist Mountainbiker, im Winter geht er joggen.

Bebras neuer evangelischer Pfarrer Christoph Brunhorst wird morgen, Sonntag, seinen ersten Gottesdienst in der Auferstehungskirche feiern.

Bebra - Musik dringt durch die offene Tür des Bebraer Gemeindehauses am Grünen Weg. Es ist kalt draußen, Christoph Brunhorn spielt sich drinnen am Klavier warm. Es klingt gut. Ein bekanntes Stück? „Nur ein paar Akkorde“, sagt der neue Seelsorger.

Das Klavier- und Gitarrespielen hat sich der 38-Jährige, der in Bebra als Pfarrer im Probedienst seine erste Stelle antritt, selbst und mit Unterstützung von Freunden beigebracht. „Ohne Musik kann ich meinen Beruf nicht machen“, sagt er. Noch einmal mehr bewusst geworden ist ihm das in der Corona-Zeit, die auch für die Kirchen eine Herausforderung, aber eben auch Chance ist, wie Brunhorn sagt. Gottesdienste zum Mitnehmen, per Videoschalte im Internet oder im Freien: „Es gab einen regelrechten kreativen Schub. Ich war gefühlt das gesamte Vikariat nur draußen, auch mit der Gitarre. Ein vollwertiger Gottesdienst muss nicht in der Kirche stattfinden.“

Brunhorn steht auf dem Platz vor der Auferstehungskirche, rechts geht es durch ein Tor in den Kirchgarten: „Ich sehe überall nur Möglichkeiten“, sagt der 38-Jährige. Wenn er mit seiner Gitarre vor Altenheimen, Kurkliniken oder auf öffentlichen Plätzen steht, erreicht er Menschen, die vielleicht sonst nicht in die Kirche finden, so die Erfahrung des Pfarrers. Privat ist er vor allem in der Rockmusik zu Hause, „zwischen Led Zeppelin, Metallica und Bach. Obwohl, das Gesangbuch ist mir auch wichtig.“ Jüngst lief oft „Nothing Else Matters“.

Mit der Sanierung der Kirchturmspitze wartete auf Vorgänger Alexander Ulrich gleich eine große Aufgabe. Hat Brunhorn schon Pläne? „Ich habe eigentlich nur das Programm, mit den Menschen das Evangelium zu leben.“ Er will ein Gefühl dafür bekommen, was Bebra bewegt, dafür wird er klassisch von Tür zu Tür ziehen. Abwarten, dass die Probleme zu ihm kommen, ist nicht seins, ebenso wenig wie Standesdünkel: „Ich brauche kein Herr Pfarrer, mein Name reicht“. Bereits aufgeschnappt hat er, dass viele musikalischen Gruppen Unterstützung brauchen. „Das traue ich mir zu“. Auch das digitale Angebot will er ausbauen, wenn das gewünscht ist. Kirche müsse sich in vielen Bereichen neu erfinden.

Brunhorn ist in Seesen im Harz aufgewachsen, in seinem Elternhaus war Religion vor allem an Feiertagen wichtig. Er studierte Theologie in Göttingen, zunächst nicht mit einer Pfarrstelle als Ziel. „Mich haben die Fragen interessiert, die gestellt werden“. Eine wissenschaftliche Mitarbeit schloss sich an, der Wunsch, Seelsorger zu werden, wurde dann immer stärker. Sein Vikariat absolvierte er in Bad Sooden-Allendorf.

Als die Stelle in Bebra frei wurde, fuhren Christoph Brunhorn und seine Frau Kim als erstes in die Innenstadt – um den Bebraer „Geist“ zu erfassen. „Wir haben eine Bratwurst gegessen und einen Kaffee getrunken“, schmunzelt der Pfarrer. Bebra sei lebendig, mit einer Vielfalt an Kulturen und Religionen. Er findet das wichtig. Derzeit ziehen die Brunhorns samt Border-Collie-Welpe Elli ins Pfarrhaus ein. Der Vorstellungsgottesdienst ist am zweiten Advent.

Clemens Herwig

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