Kostüme

Kirmesfestzug in Obersuhl: Von Storchenflug und Babyglück

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Geschenk an Amerika: Daniela Hauf als Bosse-röder Freiheitsstatue und Florian Jungkurth als Uncle Sam.

Lob für Klimaaktivistin Greta Thunberg und Spott für Donald Trump: Die Teilnehmer des Kirmesfestumzugs in Obersuhl nahmen die Politik mit fantasievollen Beiträgen auf die Schippe. 

Über zwei Stunden lang schlängelte sich am Sonntagnachmittag der Obersuhler Kirmesfestzug durch die Wildecker Kerngemeinde. Immer wieder wurden Ständchen gegeben, Fotos gemacht und feucht-fröhliche Schwätzchen gehalten.

Der junge Felix Viebach führte die Akteure an. Nicht per pedes, sondern per Seifenkiste, die er zusammen mit dem Hobby-Tüftler Horst Walter gebaut hatte. Es folgten die Fahnenträger mit Kirmesgesellschaft, Prominenz und Erntewagen und über den ganzen, farbenprächtigen Lindwurm verteilt fast alle Kirmesgesellschaften aus der Nachbarschaft: aus Untersuhl, Süß, Berka, Dankmarshausen, Bosserode und Großensee.

Bei den drei Schönen vom Fleischerei-Gasthof „Zum Adler“ gab’s leckere Ahle Wurscht.

Dabei mussten die „Bussereer Ostereier“ wieder jede Menge Fettfuchs-Spott einstecken. Allen voran behaupteten die Feuerwehrleute unter dem Trump-lässt-grüßen-Motto „Obersuhl first“, Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth habe das in Obersuhl auf ganze besondere Art und Weise geschätzte Nachbardorf den Amerikanern geschenkt. Zur Begründung reimten sie: „Grönland konnte Trump nicht erpressen, aus Mitleid gab Wildeck Bosserode stattdessen!“ Mit Blick auf den ersten Staatsbesuch wagten sie außerdem die Prophezeiung: „Sollte das Sporthaus fertig sein, zieht Trump mitsamt Gefolge ein!“

Originelle Beiträge lieferten des Weiteren das Kirmes-Urgestein Fritz Schäfer, der an die Grenzöffnung erinnerte, die echten und unechten Damen des Schützenvereins Diana, die die Bundeswehr, Deutschland und Europa regierenden Politikerinnen AKK, Angie und Uschi aufs Plakat nahmen und dabei natürlich auch erwähnten, dass ihre beiden Vorsitzenden Damen sind. 

Der Schützenverein Diana ließ die regierenden Damen hochleben.

Originell die beiden Nabu-Gruppen: Die eigentliche lobte das Greta-Thunberg-Engagement – nicht ohne darzustellen, dass man einen Traktor allein mit Tau und Muskelkraft durch den Ort ziehen kann. Die andere, aus Ehefrauen bestehende, die ihren Ehemännern nichts von ihren Festzugsvorbereitungen verraten hatte, vermutete angesichts regen Storchenverkehrs über dem Rhäden baldiges Babyglück und damit einhergehend Mitgliederglück bei den Obersuhler Vereinen.

Geschenk an Amerika: Daniela Hauf als Bosse-röder Freiheitsstatue und Florian Jungkurth als Uncle Sam.

Der Dart-Club animierte einen ortsbekannten Unternehmer zum Bau einer Brauerei („Sven, wir helfen Dir auch dabei!“). Der Carneval-Verein und der Sportverein Eintracht luden für 2020 zu ihren Jubiläumsveranstaltungen ein. TVO, DRK, DLRG, Fitnessclub, Kindergarten, Konfirmandengruppe, Kids-Basar-Gruppe, die AWO-Pflegeeinrichtung, die Firma ARUH-Bau, die Landwirtschaft Bachmann und der Fleischerei-Gasthof „Zum Adler“ zeigten sich von ihren besten Seiten. Von Reiters gab’s sogar einen „Schnippel Ahle Wurscht“.

Fotos vom Umzug

Für beste musikalische Begleitung sorgten die Obersuhler Blasmusik, der Spielmannszug des TSV Bebra, die Blasmusik Suhltal und „Die Band“.

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