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Klaus Holzhauer ist der neue Ortsvorsteher von Gilfershausen

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Von: Clemens Herwig

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Suchen Auslauf und Gespräche: Ortsvorsteher Klaus Holzhauer mit Jack Russell Terrier „Snoopy“ am Ortsausgang von Gilfershausen. Seit der Gebietsreform 1972 gehört die ehemals eigenständige Gemeinde zur Stadt Bebra. Den nahen Brunnen an der Landstraße in Richtung Imshausen, der von Wanderern zum Abkühlen genutzt wird, will der Ortsbeirat bald von den Wurzeln befreien, die in die Leitungen gewachsen sind und sie verstopfen.
Suchen Auslauf und Gespräche: Ortsvorsteher Klaus Holzhauer mit Jack Russell Terrier „Snoopy“ am Ortsausgang von Gilfershausen. Seit der Gebietsreform 1972 gehört die ehemals eigenständige Gemeinde zur Stadt Bebra. Den nahen Brunnen an der Landstraße in Richtung Imshausen, der von Wanderern zum Abkühlen genutzt wird, will der Ortsbeirat bald von den Wurzeln befreien, die in die Leitungen gewachsen sind und sie verstopfen. © Clemens Herwig

Wenn Klaus Holzhauer mit seinem fünfjährigen Jack Russel Terrier Snoopy unterwegs ist, schlägt er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Der aufgeweckte Hund bekommt Auslauf und Holzhauer einen Eindruck davon, was in seiner Wahl-Heimat Gilfershausen los ist.

Gilfershausen – „Meist komme ich dabei ins Gespräch“, sagt der 56-Jährige. „Es geht darum, die Probleme der Leute aufzunehmen und zu versuchen, eine Lösung zu finden.“

Holzhauer hat im Januar auch offiziell die Nachfolge von Ortsvorsteher Norman Nieborowsky angetreten. Bereits seit September ist er kommissarisch im Amt. Nun steht die Zeitung auf der Matte und will das neue Sprachrohr der Gilfershäuser mitsamt seiner Pläne vorstellen. Und was sagt Holzhauer? „Ich bin eigentlich ein Rotenburger Jung’. Ich wollte nie aufs Dorf ziehen, aber wo die Liebe eben hinfällt.“ Spricht’s und zuckt lächelnd mit den Achseln – Angst vor Offenheit hat der 56-Jährige schon mal nicht.

Holzhauer ist in der Fuldastadt aufgewachsen. Nach Gilfershausen verschlägt es ihn Anfang der 80er-Jahre regelmäßig, weil dort montags die „Schlammdisko“ im Jugendraum stattfindet, den heute die Feuerwehr als Umkleide nutzt. Warum genau die Veranstaltung Schlammdisko heißt, darüber kann Klaus Holzhauer nur noch spekulieren. Fakt ist aber, dass er dort seine Frau Anita kennenlernt, die Gilfershäuserin durch und durch ist. Die beiden ziehen 1986 in das Haus der Schwiegereltern am Bühl mit Blick aufs Dorf, 1990 heiraten sie. Tochter Sina und Sohn Fabian, der stellvertretender Wehrführer in Gilfershausen ist, sind längst erwachsen.

Klaus Holzhauer ist in Gilfershausen so bekannt wie der Namensvetter seines Hundes Snoopy

„Ich finde es bewundernswert, wie die Leute mich aufgenommen haben. Da gehört schon Vertrauen dazu“, sagt der Rotenburger Jung’, der nun auf dem Dorf Ortsvorsteher ist. Bei aller Bescheidenheit dürfte er selbst einen guten Teil dazu beigetragen haben: Seit 1991 ist er aktiv in der Feuerwehr, seit 20 Jahren im Vorstand – seit fünf Jahren als Erster Vorsitzender. Er setzte sich zwölf Jahre im Kirchenvorstand ein, ist im Jagdvorstand, engagiert sich seit gut zweit Jahrzehnten im Ortsbeirat und – nicht zu vergessen – spielte als rechter Verteidiger beim FC Gilfershausen, „auch wenn es nur für die zweite Mannschaft gereicht hat“. Kurz: Klaus Holzhauer ist in Gilfershausen so bekannt wie der Namensvetter seines Hundes Snoopy.

„Ich muss immer in Bewegung sein“, erklärt der 56-Jährige sein vielfaches Engagement – was seiner Frau nicht immer gefällt, die gern mehr Zeit für gemeinsame Ausflüge hätte, wie er mit einem fast zerknirschten Lächeln einräumt. Geht es nach ihm, bleibt auch das Dorf auf den Beinen: „Ich will, dass es bei uns vorangeht“. Er ist zuversichtlich, dass das in Gilfershausen klappt. Die Jugend und Jugendarbeit sei aktiv und kreativ, bestes Beispiel: Der Feuerwehrspielplatz am Dorfgemeinschaftshaus, der über die Bebraer Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Bei unserem Treffen mit dem Ortsvorsteher ist gerade wie bestellt ein Vater aus Nentershausen mit seinen zwei Kindern zu Besuch.

Es gibt viel zu tun: „Mit einem starken Ortsbeirat im Rücken kann man das abfedern“

Zu den Themen, die in seine Zeit als Ortsvorsteher fallen werden, gehört die Erweiterung des nahen Steinbruchs durch die Firma Beisheim. „Da werden noch viele Fragen kommen“, ist sich Klaus Holzhauer sicher, der das Vermitteln bei dem Reizthema zu seinen Aufgaben zählt. Auch für die Braunhäuser Straße, seit vielen Jahren ein Pflegefall und derzeit nur noch einspurig befahrbar, soll die Planung beginnen. Zudem soll das Dorfgemeinschaftshaus barrierefreier werden und eine neue Küche bekommen („Wir hoffen, dass es in diesem Jahr losgeht“). Auch einen Generationentreff für jung und alt am DGH kann sich Klaus Holzhauer gut vorstellen.

Es gibt also viel zu tun. „Mit einem starken Ortsbeirat im Rücken kann man das abfedern“, sagt der neue Ortsvorsteher. Den hat er und braucht er auch, „weil ich noch berufstätig bin.“ Der 56-Jährige ist gelernter Maurer und arbeitet als Maschinist bei der Rotenburger Firma Janousch. (Clemens Herwig)

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