Knappe Mehrheit will Neubaugebiet in Bebra

+
Noch unbebaut: Hier an der Oststraße an der Eichkoppe befindet sich noch eine Baulücke zwischen Bebra und Weiterode, das sich im Rücken des Betrachters anschließt.

Bebra. Mit nur einer Stimme Mehrheit hat die CDU-Fraktion am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung durchgesetzt, dass in Bebra Neubaugebiete geschaffen werden sollen.

Dafür sollen seitens der Stadt Grundstücke angekauft sowie Bebauungspläne aufgestellt werden. Fraktionsvorsitzender Thorsten Strippel hatte begründet, es gebe in der Kernstadt nur noch zwei Grundstücke mit ungünstigem Zuschnitt für Wohnhäuser, in Breitenbach verfüge man nur noch über ein Grundstück in städtischem Besitz, in Weiterode über kein einziges. Andererseits steige die Nachfrage.

Gerhard Schneider-Rose (SPD) wollte hingegen Neubaugebiete vermeiden, stattdessen die Innenentwicklung fördern, Leerstände und Industriebrachen verhindern. Der entsprechende Antrag der SPD wurde nach Streichung der wesentlichen Passage mit großer Mehrheit angenommen - gegen die Stimmen von Gemeinsam.

So wurde gestrichen, dass „die weitere Bebauung von Agrar- und Naturflächen vermieden werden müsse, solange noch Potenziale der Innenentwicklung vorhanden sind“. Unterstützt wurde die SPD dagegen in ihrem Anliegen, das vorhandene Freiflächenkataster für bebaubare Grundflächen weiterzuentwickeln und bebaute, nicht mehr oder kaum genutze Flächen im Stadtgebiet zu erfassen.

Thorsten Strippel hatte erklärt, man müsse für junge Familien neben Baulücken auch ein Neubaugebiet anbieten können. Besonders geeignet sei das Gebiet Eichkoppe - womit es auch einen Lückenschluss zu Weiterode geben würde. Kita und Gundschule in Weiterode seien von hier aus zu Fuß erreichbar.

Gerhard Schneider-Rose sagte, immer neue Baugebiete an den Ortsrändern seien nicht die Lösung angesichts der schrumpfenden Bevölkerung. Er sprach von Wohnringen um verfallende Ortskerne. Viele Häuser, etwa am Bünberg, stünden zudem zum Verkauf. Außerdem sei ein Neubaugebiet in der Kernstadt schädlich für die Entwicklung der Ortsteile. Auch der Landschaftsverbrauch und Verpflichtungen aus der Agenda 21 sprächen dagegen. „Es muss Schluss sein mit Neubaugebieten“, sagte Schneider-Rose. Fraktionsvorsitzender Volkmar Hanf von „Gemeinsam“ war sich mit der SPD einig gewesen, dass Lücken geschlossen und baureif präsentiert werden müssten. Sein Vorschlag, in der Kernstadt nach Bedarf bebaubare Grundstücke durch Lückenschlüsse im Innenbereich zu schaffen, fand aber keine Mehrheit.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.