Lachmöwen in Ellis Saal

Kosakenzipfel rundet Gourmet-Abend in Weiterode ab

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Er will einfach nur da sitzen: Wie es bei einem alten Ehepaar zugehen kann, zeigten Mitglieder der Lachmöwen in Ellis Saal. Auch den Kampf des Fernsehteams mit Lotto-Gewinner Erwin Lindemann (Bild unten) riss das Publikum zu Gelächter hin. Loriots Klassiker kamen super an.

Essen, trinken und lachen: Diese Kombination gab es am Wochenende in Ellis Saal. Das Publikum in Weiterode war begeistert.

Zum Hauptgang gab es „Dackel im Schlafrock“ und einen lieblichen Sommer Cuvée aus dem Jahr 2018. Als Nachtisch kam am vergangenen Wochenende in Ellis Saal der Kosakenzipfel nicht nur auf den Teller, sondern auch auf die Bühne: Die Lachmöwen, eine Theatergruppe des Kulturvereins Ellis Saal, präsentierten an zwei Abenden im ausverkauften Saal Loriot-Geschichten, die das Publikum mit allen Sinnen feierte.

Zu den Köstlichkeiten aus dem Restaurant „Zur Linde“ servierte das Pfälzer Ehepaar Thomas und Melanie Kästel edle Tropfen von seinem Familienweingut. Als „Zitronencremebällchen“ des Menüs tischten die Lachmöwen noch einige Szenen mit typischem Loriot-Geschmack auf.

Spitzenunterhaltung sind die Sketche von Vicco von Bülow ohnehin, doch die gute darstellerische Arbeit und eine originell-geradlinige Inszenierung der Weiteröder Akteure sorgten für einen amüsanten Abend auch im Bühnenformat. Die Lachmöwen haben einen Sinn für trockenen Humor und ein Gespür für all die Dinge, die eine Textvorlage allein nicht hergibt: kleine Gesten, dezente Mimik und eine leise, aber deutliche Körpersprache, die sie mit der Präzision eines Neurochirurgen einsetzten.

Lotto-Gewinner Erwin Lindemann beim Loriot-Abend in Ellis Saal in Weiterode

Grandios zum Beispiel war der völlig inhaltsleere Blick des Ehemannes, der bei seinem Feierabend „einfach nur sitzen“ will. So kann dann später einer ausrasten, wenn seine Frau ihn mit Bemerkungen und Fragen löchert. Oder die nervöse Verzweiflung des Rauchers, der statt „Feuergeben“ Einblick in fremde Familienverhältnisse bekam. Immer saßen die Pointen, und selbst die bekannten Sketche gelangen frisch wie am ersten Tag.

Die Lachmöwen überzeugten mit Charme und Charisma auch in den aberwitzigsten Situationen und Dialogen. Viele, wenn nicht die meisten Sketche Loriots vermitteln die gern verborgene Erkenntnis, dass die Zivilisation doch nur einen dünnen Anstrich bildet, unter dem nicht selten die blanke Dummheit ihr Unwesen treibt.

Geradezu klassisch demonstriert wird dies beim Streit um jenen „Kosakenzipfel“ („Mit seinem Kosakenzipfel versteht Walter keinen Spaß!“). Wunderbar gelang auch die skurrile Geschichte von Erwin Lindemann, dem Lottogewinner, und seinen sprachlichen Verhaspelungen: „Und im Herbst eröffnet meine Tochter mit dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal“. Herrlich.

Beim „Dackel im Schlafrock“ handelte es sich übrigens um Hähnchenbrust in Blätterteig an Blattspinat und Tomatenragout. Wohlsein! Hätte Loriot gesagt.

Es wirkten mit: Hanne Gerlach, Uta Brill, Gabi Reinhardt, Barbara Kanakowski, Doris Schneider, Hildegard Thon, Gabi Hanl, Margarethe König und Eva König

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