Grundstein für die Zukunft

Kreishandwerkerschaft fördertAusbildung auch für Flüchtlinge

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Frisch ans Werk: Merhawi Ebe aus Eritrea, ist Auszubildender zum Maurer bei der Firma Gleim-Möller. Hinten zu sehen Hubert Lorenz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und Willkommenslotse Rakan Kirakosian 

Hersfeld-Rotenburg. Viele Lehrstellen im Handwerksbereich bleiben unbesetzt. Deshalb verstärkt die Kreishandwerkerschaft ihre Bemühungen, potenzielle Auszubildende, darunter auch Flüchtlinge, besonders zu fördern.

Obwohl Handwerksbetriebe in der Region von der aktuell guten Konjunktur profitieren, haben sie doch ein großes Problem: Es gibt einfach zu wenig Nachwuchskräfte. Auf dem Bau, bei den Lebensmittelberufen und im Sanitärhandwerk fänden Betriebe kaum Auszubildende.

Viele Lehrstellen blieben unbesetzt, beklagt Hubert Lorenz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg. Gleichzeitig steigt die Zahl motivierter Flüchtlinge, die Arbeit oder eine Ausbildung suchen. Unternehmen haben jedoch angesichts sprachlicher Problemen und des Verwaltungsaufwands Vorbehalte, diese Menschen einzustellen. Aus diesem Grund wurde das Projekt „Willkommenslotsen“ ins Leben gerufen.

Besser integrieren

Diese setzen sich für die Integration von geflüchteten Menschen in kleinen und mittleren Unternehmen ein. Das Projekt wird mit 70 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Den Rest übernimmt die Kreishandwerkerschaft mit Eigenmitteln.

Die Willkommenslotsen sehen sich als Berater für die Integration von Flüchtlingen in Unternehmen. Sie eröffnen Möglichkeiten des Dialogs und vermitteln in Praktika, Hospitationen, Ausbildung oder Beschäftigung. Insbesondere helfen sie den Unternehmen bei Fragen zum Aufenthaltsstatus eines Flüchtlings, zur Arbeitserlaubnis, Sprachförderung und Qualifikationen. „Unser Ziel ist es, Hemmnisse abzubauen, die einer Einstellung entgegenstehen könnten und Unternehmen und Flüchtlinge zusammen zu bringen“, erläutert Rakan Kirakosian seine Arbeit als Willkommenslotse.

Man suche nach Potenzialen und Kenntnissen, welche viele Flüchtlinge mitbrächten und bringe sie dann mit passenden Unternehmen zusammen. Nach einem ersten Gespräch folge meist zunächst ein Praktikum im Betrieb und schließlich der Ausbildungsvertrag. Besonderer Wert wird auf die Begleitung der Ausbildung gelegt: Als Ansprechpartner bei der Vermittlung, für finanzielle und sozialpädagogische Fördermöglichkeiten, bei Fragen zur Berufsschule und zu Rechten und Pflichten der Ausbildungspraxis mit Flüchtlingen steht Rakan Kirakosian daher Unternehmen und Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite.

„Die Erfahrungen zeigen, dass sich der Aufwand lohnt“, sagt Lorenz. Erste Facharbeiter hätten ihre Ausbildung bereits erfolgreich beendet.

Noch viele Plätze frei

Im Rahmen der „passgenauen Besetzung“ setzt sich die Kreishandwerkerschaft aber auch ganz allgemein für die Vermittlung von Ausbildungsstellen an passende Kandidaten ein. Viele Ausbildungsplätze auch für das aktuelle Ausbildungsjahr seien noch frei. Die Kreishandwerkerschaft fordert daher junge Leute, die sich für eine Ausbildung interessieren dazu auf, sich zu melden.

Kontakt: Telefonnummer 0 66 21/9 28 90, E-Mail: tim.gerhardt@kh-hef-rof.de

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