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Lanzenstechen auf dem Festplatz: Mittelalterliche Rittershow macht Station in Bebra

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Von: Sebastian Schaffner

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Aufbau für die Rittershow: Mitarbeiter Dominik Stute (links) bereitet schon mal den „Roland“, ein offenbar schon gehörig malträtiertes Trainingsgerät für den Lanzenkampf, vor.
Aufbau für die Rittershow: Mitarbeiter Dominik Stute (links) bereitet schon mal den „Roland“, ein offenbar schon gehörig malträtiertes Trainingsgerät für den Lanzenkampf, vor. © Sebastian Schaffner

Auf dem Bebraer Festplatz findet heute Abend die Premiere einer Rittershow statt.

Bebra – Eigentlich ist Stefan Kaiser ein fröhlicher Zeitgenosse. Aber heute Nachmittag, ab 16 Uhr, wird aus dem 27-Jährigen aus dem Kreis Gütersloh (NRW) ein schwarzer Ritter, der andere mittelalterliche Kämpfer zum Lanzenduell auffordert. So will es das Drehbuch der „Ritterspiele“, mit denen Kaiser und sein Reit- und Stuntteam bis Sonntag, 3. April, auf dem Bebraer Festplatz gastiert.

Die Show der Familie Kaiser, die in der neunten Generation auf eine alte Zirkusfamilie zurückgeht, ist eine Mischung aus Artistik, Reiterei und Theater. „Die Zuschauer stellen immer höhere Anforderungen, da muss man schon gut sein“, meint Kaiser. Die Show variiere leicht, je nach Stimmung der Pferde. Auf jeden Fall kämpfen Gut und Böse in einem spannenden Turnier um den Sieg.

Stefan Kaiser, Chef der „Ritterspiele“-Truppe, baut derweil die Schalensitze für die Tribüne auf dem Bebraer Festplatz auf.
Stefan Kaiser, Chef der „Ritterspiele“-Truppe, baut derweil die Schalensitze für die Tribüne auf dem Bebraer Festplatz auf. © Sebastian Schaffner

„Dass wir überhaupt hier auftreten, wissen wir erst seit gut vier Wochen“, sagt Stefan Kaiser. Die dynamische Pandemielage erschwere die Planung der Mittelalter-Truppe. Eigentlich hätte die Ritterspiele-Tournee auch in Bebra eröffnet werden sollen, doch kurzfristig erhielt Kaiser die Genehmigung, seine Tribüne auch in Hofgeismar (Kreis Kassel) aufzubauen. Angesichts der aktuellen Treibstoffpreise kam das bei der Anreise aus Rietberg bei Gütersloh dem 27-Jährigen und seinen Mitarbeitern nicht ganz ungelegen. Insgesamt 1000 Zuschauer haben laut den Veranstaltern der „spektakulären Pferde-Show“ an drei Tagen beigewohnt, für die nun auch auf Plakaten in der Eisenbahnerstadt geworben wird. Auf dem Bebraer Festplatz bieten die überdachten Freilufttribünen Platz für 350 Zuschauer.

Ziel der voraussichtlich 15 bis 20 Stationen umfassenden Tour ist Österreich

„Unsere Hauptzielgruppe sind natürlich Familien“, sagt Stefan Kaiser. Die Show dauert 90 Minuten inklusive Pause. Auf dem zur Mittelalter-Arena umgebauten Festplatz sind insgesamt elf Menschen und zehn Pferde mit von der Partie, darunter vor allem Araber und Spanier. „Unsere Rassepferde sind sehr temperamentvoll, darauf fahren viele Zuschauer ab“, sagt Kaiser. Highlight sei das finale Tjosten – so nennt man das Lanzenstechen in Ritterkreisen.

Der letzte Auftritt in Bebra ist für Sonntag, 3. April, geplant. Und dann? Touren die Mittelalter-Künstler weiter nach Bad Kissingen in Bayern. Langfristiges Ziel der voraussichtlich 15 bis 20 Stationen umfassenden Tour ist Österreich – wenn die Coronavorgaben die Reiter nicht aus dem Sattel werfen. (Sebastian Schaffner und Thomas Thiele)

Mehr Infos zu den Veranstaltungen auf dem Bebraer Festplatz im Internet unter: das-ritterturnier.de

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