Was man aus „Köpfen“ alles machen kann

Leistungsfrisieren der Friseurinnung Hersfeld-Rotenburg in den Beruflichen Schulen in Bebra

Gesamtbild mit Ehrengästen, Prüfern, Meistern und Teilnehmern. Obere Reihe, 5. von linkis: Tanja Bonevska. Foto: Wilfried Apel

Das Leistungsfrisieren in der Aula der Bebraer Beruflichen Schulen in Bebra bot den Auszubildenden die Möglichkeit, sich zu orientieren und auf die Gesellenprüfung vorzubereiten

Wer möchte nicht gerne schön frisiert sein? Und wer würde nicht gerne nach allen Regeln der Kunst das Haar eines Freundes oder einer guten Bekannten stylish herrichten, wenn er oder sie sich mit Kolleginnen oder Kollegen messen kann und wenn es für die erfolgreichsten Haarkünstler tolle Preise zu gewinnen gibt?

Beim Leistungsfrisieren, zu dem die Friseurinnung Hersfeld-Rotenburg am Sonntag in die Aula der Bebraer Beruflichen Schulen eingeladen hatte, war sowohl das eine wie das andere möglich. Zum 67. Mal, was nicht selbstverständlich ist. Aber die örtliche Innung gehört zu den ganz wenigen Innungen in Hessen, die noch immer einen derartigen Wettbewerb, der viel Organisation erfordert, der aber auch „positiven Stress“ erzeugt und der für die Auszubildenden die Möglichkeit bietet, sich zu orientieren und auf die Gesellenprüfung vorzubereiten, veranstalten.

Je nach Ausbildungsjahr konnte man an verschiedenen Wettbewerben teilnehmen. Und sich beweisen: angefangen beim Erstellen einer „typgerechten Föhnfrisur am Damenmodell ohne Schnitt“ oder eines „Herrenhaarschnitts mit Übergang und Farbveränderung“ bis hin zum Erstellen einer „festlichen Abendfrisur zu einem bestimmten Anlass mit Einarbeitung eines Haarteils“. Wie nicht anders zu erwarten war, hatten wesentlich mehr junge Damen als Herren Mut und Lust zu Pflicht und Kür. Tanja Bonevska und Larissa Eibich etwa, die an gleich drei Wettbewerben teilnahmen und mächtig „absahnten“. Tanja durfte sich über zweimal „Gold“ und einmal „Silber“ freuen, Larissa über dreimal „Silber“. Tanjas Fazit: „Es war ein bisschen stressig, aber ich bin hochzufrieden!“ Was man nachempfinden –und nachvollziehen kann, wenn man – wie die aus dem benachbarten Schwalm-Eder-Kreis angereisten Prüfer – die Arbeit der gebürtigen Mazedonierin, der Hochsteckfrisuren ganz besonders liegen, genau beobachtet hat.

Zu den Beobachtern zählten Obermeister Peter Fiebig und dessen Stellvertreterin Stefanie Orth, die sich schmunzelnd daran erinnert, wie „frau“ vor vielen Jahren noch im Rock antreten musste, wie sie selbst „gezittert“ hat, wie sie die Anstrengungen aber weitergebracht haben. Ähnlich sieht es Fachlehrer Jörg Heckroth, der voller Elan sein Pensionärsdasein unterbrochen hat, um mitzuhelfen und die jungen Auszubildenden zu motivieren.

Schilderlichtreklameherstellermeister Nils Starkloff sitzt für Lena Weichert Modell und ist wie bei Lenas Zwischenprüfung von ihren Künsten begeistert. Seine Lockenpracht weist die eine oder andere Schwierigkeit auf, und deshalb gibt Lena freimütig zu: „Bei seinen Wirbeln habe ich jedesmal gehofft, dass ich nicht zu viel abschneide!“ Zimmermannsgeselle David Anker leistet seiner Freundin Larissa Eibich diesmal „nur“ seelischen Beistand, aber auch für ihn ist es, nachdem er 2018 zur Riege der Sieger gehörte, einmal mehr spannend, mitzuerleben, „was man aus Köpfen alles machen kann“. Man braucht „nur“ das richtige Händchen – und Köpfchen.

Exakt arbeiten: Tanja Bonevska mit ihrem Model.

Urkunde, Pokal und Geschenke erhielten: 

- beim Wettbewerb „Typgerechte Föhnfrisur (ohne Schnitt), 1. Lehrjahr“: Marie Gogolin (Ausbilderin: Sonja Erbe-Bock, Schenklengsfeld) 

- beim Wettbewerb „Festliches Abend-Make-up, 3. Lehrjahr“: Lea Ruch (Ausbilderin: Kim Jacobi, Bebra) 

- beim Wettbewerb „Trendherrenhaarschnitt, 2. Lehrjahr“: Lena Weichert (Ausbilderin: Iris Wiegand, Heringen)  

- beim Wettbewerb „Modischer Damenhaarschnitt, 3. Lehrjahr“: Tanja Bonevska (Ausbilderin: Carla Simon, Bad Hersfeld) . beim Wettbewerb „Festliche Abendfrisur am Modell, lehrjahrunabhängig“: Tanja Bonevska (Ausbilderin: Carla Simon, Bad Hersfeld).zwa

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