Veranstaltungshalle kommt aus der Zwangspause

Lokschuppen Bebra stemmt sich mit neuer Technik und neuem Programm gegen die Krise

Bebras „Boyband“ für den Lokschuppen: Geschäftsführer Matthias Bähr, SEB-Chef Stefan Pruschwitz, Fördervereinsvorsitzender Robert Cavalier und Bürgermeister Stefan Knoche auf der neuen Bühne.
+
Bebras „Boyband“ für den Lokschuppen: Geschäftsführer Matthias Bähr, SEB-Chef Stefan Pruschwitz, Fördervereinsvorsitzender Robert Cavalier und Bürgermeister Stefan Knoche auf der neuen Bühne.

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach Eröffnung des Lokschuppens gibt es in der Veranstaltungshalle am Bebraer Bahnhof erneut Grund zu feiern.

Bebra – Die neue Bühne, die nach mehreren Umbauten nun einen Gesamtwert von 175.000 Euro erreicht, wird am Donnerstagabend vor rund 60 Gästen eingeweiht. Die Stimmung ist gut, sie könnte sogar ungetrübt positiv sein – wenn Corona nicht wäre. „Viel Arbeit und viele Veranstaltungen sind einfach geplatzt“, sagt Stefan Pruschwitz von der Bebraer Stadtentwicklung (SEB) über die Pandemie und ihre Folgen. Mit der neuen Bühne, einem neuen Stuhlkonzept und der Wiederaufnahme des Kulturprogramms ab Oktober will man sich gegen die Krise stemmen. Und hat dafür trotz schwieriger Zeiten investiert. „Der Lokschuppen ist wettbewerbsfähig. Es ist die richtige Halle am richtigen Ort“, ist Pruschwitz überzeugt. „Wir fahren den Lokschuppen wieder hoch“, sagt auch Geschäftsführer Matthias Bähr – mit einer Ton- und Lichtanlage, die sich am Limit des Machbaren bewege. „Noch besser geht nicht“, sagt Bähr. 24.000 Watt und zwölf Lautsprecher sollen für den optimalen Klang sorgen – egal ob bei einer Tagung oder einem Rockkonzert. Ein weiterer Vorteil: Bisher waren mit der Licht- und Tontechnik viel Aufwand und hohe Kosten verbunden. Die Tagesmiete lag bisher „je nach Besteck“ zwischen 2000 und 4000 Euro, sagt Bähr. Teilweise sei die Halle in der Woche durch den Aufbau fürs Wochenende blockiert gewesen. Nun soll der Umbau über Nacht möglich sein.

Der Herr über Licht und Ton: Lokschuppen-Veranstaltungstechniker Axel Deubener.

Gefördert wurde die neue Tonanlage aus dem Regionalbudget Hessen: Knapp 16.000 Euro flossen in den Lokschuppen als Kulturprojekt. Die neue Bühne soll auch Vereinen und der Region bei Veranstaltungen zu Gute kommen, sagt Sigrid Wetterau vom Regionalforum Hersfeld-Rotenburg.

Beantragt hatte das Geld der Förderverein Industriedenkmal Bahnhof Bebra, der für die technische Aufrüstung selbst 4000 Euro beisteuert. Vorsitzender Robert Cavalier ist stolz, was aus der ehemaligen Industrieruine geworden ist. „Die Arbeit hat sich gelohnt“, sagt er.

Erster Test für die neue Anlage: Jazz-Pianist Jan Luley spielte zur Eröffnung. Am 18. Dezember ist er mit einem Weihnachtsprogramm zurück im Lokschuppen.

Davon kann sich jeder bald selbst ein Bild machen: Im Lokschuppen startet wieder das Kulturprogramm.  Auftakt ist mit einem Feierwochenende: Am Freitag, 2. Oktober, wummert die neue Anlage mit House- und Electro-Klängen, gefolgt von einer Party mit Hits aus den 80ern und 90ern (Samstag) und einem „Heimat-Schoppen“ mit Blasmusik am Sonntag. Auch bekannte Künstler kommen nach Bebra: Die nächsten Termine sind Mundstuhl (9. Oktober) und Ingo Appelt (23. Oktober), im November ist Poetry-Slam-Star Felicia „Fee“ Brembeck zu Gast. Im Januar heißt es aus eins mach drei: Der Heinz-Erhardt-Abend mit Hans Joachim Heist („Gernot Hassknecht“) wurde auf mehrere Termine aufgeteilt. Rüdiger Hoffmann tritt im Februar auf. Wichtig ist: In der Halle am Bahnhof wird auf absehbare Zeit nicht mehr gestanden. Im Sitzen ließen sich die Corona-Abstände besser einhalten, so Geschäftsführer Bähr. Er hat die Zwangspause genutzt, um neue Konzepte zu erstellen und die schlichte Reihenbestuhlung loszuwerden. Jetzt finden bis zu 240 Gäste auf Bierbänken Platz, bei der Varieté-Bestuhlung (zwei Personen pro Tisch) passen 160 Besucher in die Halle. „Das Wichtigste ist das Vertrauen der Gäste“, sagt Bähr. „Die Leute müssen sich sicher fühlen.“

Von Clemens Herwig

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.