Wunder aus dem Pappkarton

Magier Marco Weissenberg verzauberte das Publikum in Ellis Saal in Weiterode

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Sympathischer, jung gebliebener, hoffnungsvoller Magier: Mit zerfallenden und wieder zusammenwachsenden Seilen fing bei Marco Weissenberg alles an

Weiterode. Einen zauberhaften Abend bescherte der gerade mal 25 Jahre alte Marco Weissenberg in Ellis Saal einem auf Kunststückchen der ganz besonderen Art wartenden und sich vom Magier-Newcomer ein ums andere Mal begeistern lassenden Publikum.

Nicht so laut wie andere, eher leise, sympathisch, die Gedanken zum guten Schluss auf etwas Bedenkenswertes, fürs Leben vielleicht Wesentliches lenkend: „Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?“, nahm er Jung und Alt mit auf eine Reise zu Stationen seines Lebens.

Bei den Mädels hoch im Kurs

Von denen hatte er Kisten und Kästen und Pappkartons mitgebracht, galt es doch „Wunder aus dem Pappkarton“ zu präsentieren und „auszupacken“. Wie alles anfing: Wie er erstmals mit einem kurzen, mittleren und langen Seil hantierte, wie er sie zerschnitt und wieder zusammenwachsen ließ. Wie er als „Cannelloni“ Kleiderbügel verhakte und plötzlich seine Unterhose am Haken hatte. Wie er in der Schule den Trick mit dem brennenden Mathe-Buch perfektionierte und bei den Mädels hoch im Kurs stand.

Für den gebürtigen Westfalen, der es vor einem halben Jahr zum Deutschen Vizemeister der Zauberkunst im Fachgebiet Salonmagie gebracht hat, ist Zauberkunst eine Mischung aus Wissenschaft und Magie. Was das heißt, demonstrierte er, indem er Zuschauer zum Mitmachen animierte.

Die Melodie der Spieluhr

Claudia Löhndorf aus Bebra etwa, deren goldenen, in ein Wasserglas gelegten Ring er von ihr mittels Zwille „ultraschnell“ in ein kleines Kästchen befördern lassen wollte. Was nicht gelingen konnte. Aber warum fand sich der Ring am Ende auf dem Tisch, auf dem das Wasserglas stand, in einer hierhin gelegten, verschlossenen Gummibärchentüte wieder? Warum suchte sich Leonie Rettinghaus aus Ronshausen aus einem Liederbuch gerade die Melodie aus, die auf der von Marco mitgebrachten Spieluhr war?

Dass man mit Fantasie vielleicht doch Unmögliches möglich machen oder erkennen kann, bewies der Zauberkünstler, indem er einen Tisch schweben ließ und indem er Felix Bähr aus Sorga drei Zuschauer nach jeweils einer Zahl fragen ließ, die hintereinander gelesen der vorab auf einem kleinen, in einem Bonbonglas deponierten Zettel aufgeschriebenen Zahl der in eben diesem Bonbonglas befindlichen Bonbons entsprach.

Und dann war da noch die Sache mit dem schwebenden Tisch: Ein Klassiker der Magie auch im Programm des Nachwuchs-Künstlers.

Es war vielleicht nicht der außergewöhnliche Knaller, der das Publikum in Ellis Saal verzückte und für den Künstler einnahm. Es war vielleicht eher seine freundliche Menschlichkeit und seine auf ungewöhnliche Art und Weise verblüffende Magie. Man mochte sich, nicht zuletzt deshalb, weil Marco Weissenberg bekannte, noch nie in einem Theaterraum gewesen zu sein, in dem so viele Menschen dabei mithelfen, dass alles gelingt. Riesenapplaus und natürlich noch eine Zugabe. Und Bärbel Meiers Fruchtgummi-Tierpuzzle-Giraffe bekam am Ende – auf magische Weise – noch einen langen Hals.

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