29-Jährige auf großer Tour im Göttinger Bogen

Mama mit Herz: Alleinerziehende verteilte als Nikolaus 147 Päckchen in Bebra

Francesca Wildner aus Bebra überreicht als Nikolaus verkleidet ein Naschpäckchen an die 15 Monate alte Emilia und deren Mama Vanessa Müller.
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Der Nikolaus zu Besuch: Am Mittwoch schlüpfte Francesca Wildner für ihre Eltern-Kind-Gruppe in der Bebraer Grundschule erneut in die Nikolaus-Montur. Ein Naschpäckchen gab es unter anderen für die 15 Monate alte Emilia und Mama Vanessa Müller.

Ein kleines Geschenk machen und dafür ein Kinderlächeln zurückbekommen - mehr braucht Francesca Wildner nicht, damit ihr das Herz aufgeht. Bewiesen hat sie es an Nikolaus in Bebra.

Bebra - In schwerer Ausrüstung, mit wallendem Rauschebart, Glöckchen und einem prall gefüllten Geschenke-Sack war der Nikolaus am vergangenen Sonntag im Göttinger Bogen in Bebra unterwegs. Klingelte an Haustüren und ermutigte Kinder, sich ein kleines Geschenk abzuholen. Ganz Corona-gerecht – draußen, mit Abstand und ohne zu singen.

Unter dem leuchtend roten Nikolaus-Kostüm steckte Francesca Wildner. Die 29-Jährige war schon im vergangenen Jahr am Nikolaustag unterwegs, um mit kleinen Aufmerksamkeiten den Kindern in der Nachbarschaft ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. „Ich bin glücklich, wenn ich was Gutes tun kann“, sagt die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die als Hartz-IV-Empfängerin selbst auf jeden Cent schauen muss.

147 Tütchen in dreieinhalb Stunden - und am Ende kratzte der Bart

Ganze dreieinhalb Stunden verteilte sie die 147 kleinen Tütchen, in denen Mandarinen, Nüsse und Schokolade steckten. „Am Ende hat der Bart sehr gekratzt, gejuckt und ich habe geschwitzt“, lacht sie. Und dennoch bereitete diese Aktion ihr selbst wieder große Freude. Viel Magie und Zauber geht für sie von der Vorweihnachtszeit aus. Und eine knisternde Spannung, wenn der 6. Dezember naht und auch das Weihnachtsfest nicht mehr weit ist.

Liebt die Vorweihnachtszeit und will dazu beitragen, Rituale und Bräuche zu erhalten: die 29-jährige Francesca Wildner.

Francesca Wildner möchte mit ihrer Nikolaus-Aktion dazu beitragen, dass Bräuche und Rituale nicht in Vergessenheit geraten. „Der Nikolaus ruft uns in Erinnerung Gutes zu tun, Freude zu schenken und auch an seine Nächsten zu denken“, meint sie. Das sollte beim vorweihnachtlichen Konsum-Wahn auch hin und wieder bedacht werden. Und außerdem sei im Corona-Jahr das Leben der Kinder in vielerlei Hinsicht auf den Kopf gestellt worden, etwa durch die Schließungen von Kitas und Schulen im ersten Lockdown, die Sperrungen von Sportstätten oder das Besuchsverbot bei Großeltern.

Ein Nikolaus, der keinen Unterschied zwischen braven und unartigen Kindern macht

Als Mutter und als Nikolaus macht sie keinen Unterschied zwischen braven und unartigen Kindern. Für sie ist jedes Kind ein Held. „Einige hatten richtig Angst vor mir“, bedauert die Frau mit dem ausgeprägten Familiensinn. Das tut ihr selbst weh, denn sie möchte die Mädchen und Jungen ja glücklich und nicht traurig machen.

Geschenke gab es auch für die Großen: Über ein Naschpäckchen, vom Nikolaus persönlich überreicht, freute sich auch Familienhelferin Susanne Hüttl.

Gestern schlüpfte Francesca Wildner für die Eltern-Kind-Gruppe der Stiftung Beiserhaus und der Jugendhilfestation in der Bebraer Grundschule noch einmal in das Nikolaus-Kostüm. Die Kleinen zwischen ein und drei Jahren waren weder scheu, noch ängstlich und nahmen gerne die Naschpäckchen entgegen, unter ihnen auch die Söhne von Francesca Wildner, der zweijährige Alessio und der einjährige Leon. Sie erkannten ihre Nikolaus-Mama auf Anhieb, behielten ihr Wissen aber für sich.

Auch nächstes Jahr wird die 29-Jährige wieder unterwegs sein, dann vielleicht schon als Osterhase. Oder im Dezember als Grinch. Die Kreatur mit dem grünen Fell mag aufgrund schlechter Erfahrungen in der Kindheit Weihnachten nicht besonders. Das wiederum trifft auf Francesca Wildner ganz bestimmt nicht zu. Für sie ist es das Fest der Feste. Und das wird an Heiligabend mit Familie, Weihnachtsbaum, Geschenken, Würstchen und Kartoffelsalat gefeiert. (Susanne Kanngieser)

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