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Mitröhren bei Mother‘s Finest: Kultband rockt den Lokschuppen in Bebra

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Von: Wilfried Apel

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Die Lead-Sänger Glenn Murdock und Joyce Kennedy wurden von Gitarrist Gary „Moses Mo“ Moore und John Hayes unterstützt sowie vom Bassisten Jerry „Wyzard“ Seay und Dion Murdock an den Drums. Dazu sangen zwei Backgroundsängerinnen.
Die Lead-Sänger Glenn Murdock und Joyce Kennedy wurden von Gitarrist Gary „Moses Mo“ Moore und John Hayes unterstützt sowie vom Bassisten Jerry „Wyzard“ Seay und Dion Murdock an den Drums. Dazu sangen zwei Backgroundsängerinnen. © Wilfried Apel

Sie rocken seit 1970 und zeigten ihre Klasse auch im Lokschuppen in Bebra: Die Kultband Mother‘s Finest sorgte bei ihrem Auftritt im Veranstaltungshaus am Bahnhof für Begeisterung.

Bebra – Lokschuppen-Entertainer Matthias Bähr hat den Auftritt von Mother‘s Finest schon immer als Top Act angekündigt. Coronabedingt musste er allerdings gleich zweimal verschoben werden. Und auch am Mittwochabend, als es endlich so weit ist, dauert es noch über eine Stunde, bis die achtköpfige Funk-Rock-Soul-Crossover-Band aus Atlanta, Georgia, USA, loslegt. Die Cracks, die mit einem Riesenbus am Lokschuppen angedockt haben, sind angeblich zu spät vom Hotel losgefahren.

Birgit und Volker Gissel aus Bebra sitzen ganz vorne und freuen sich auf was Internationales, Originales, aus der Zeit, als sie und die vielen anderen, die gekommen sind, noch so richtig jung waren. Bähr sagt: „Ich bin stolz, dass wir Mother‘s Finest 44 Jahre nach der legendären Rockpalast-Nacht in Essen nach Bebra holen konnten.“

Und dann wird die Bühne auch schon in rotes Licht getaucht. „You feel good?“, fragt die zuletzt eingelaufene, 74-jährige Leadsängerin Joyce „Baby Jean“ Kennedy das eher aus älteren Fans bestehende Publikum. „Yeah!“ – „That’s why we are here!“ Es dauert nicht lange, bis sich alle in Stimmung gebracht haben. Auf der Bühne und vor der Bühne, wo begeisterte Herren mitrocken und schon bald zu denjenigen gehören, die sich zum Mitsingen, Mitröhren ermuntern lassen.

Riesenstimmung bei „Give it up“

Nacheinander setzen sich alle Bandmitglieder in Szene. Joyce Kennedy feuert den ziegenbärtigen Lead-Gitarristen Gary „Moses Mo“ Moore an, der alle Register zieht. Einmal liegt er rücklings auf dem Bühnenboden, ein anderes Mal entlockt er den Saiten seiner in die Luft gehaltenen Gitarre mit den Lippen Töne.

Bei „Give it up“ lässt sich der ganze Lokschuppen ermuntern, mitzutönen, erst die linke, dann die rechte Hälfte. Riesenstimmung.

Ovationen für den Schlagzeuger Dion Derek Murdock, für den Lead-Sänger Glenn „Doc“ Murdock, und bei „Baby Love“ wieder für dessen Frau Joyce. Fast schon ein Familienunternehmen. Am vorderen Bühnenrand sitzend lässt Joyce es langsam und melodisch angehen, dann auf einmal geht es ab, und schließlich mischt sie sich sogar unter die ganz vorne Mitrockenden.

Einer, der wie wild mittanzt, ist der Sänger der regionalen Rockband Fly’s Motel, Chris Price aus Rotenburg. Später, nach dem grandiosen Finale und der frenetisch geforderten Zugabe, sagt er: „Das Wieder-Mitrocken-und-singen-Dürfen war einfach toll.“

Volker Gissel lobt die durchgehende Präsenz der ganzen Gruppe: „Das waren nur schnelle Dinger.“ Ähnlich sieht es Michael Brieske aus Eisenach: „Einfach nur mitreißend, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Hauptakteure seit 1970 dabei und über 70 Jahre alt sind.“ Beate und Werner Heuckeroth aus Rotenburg resümieren: „Hochachtung vor der Band, auch wenn am Anfang nicht jeder Ton richtig rüberkam. Wir waren und sind begeistert.“ (Wilfried Apel)

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