Innenstadt wird zur Flaniermeile

Mittwochs in Bebra: Veranstaltung wächst – Livemusik auf drei Bühnen

Haben sich schon mit dem Liegestuhl einen Platz reserviert: SEB-Chef Stefan Pruschwitz und Dörte Sittig. Die Werbegestalterin ist derzeit zu Gast in Bebra und arbeitet an Ideen für das geplante Netz aus Drahtseilen über der Bismarckstraße und Nürnberger Straße – im Hintergrund die Kreuzung mit Semms Eck.
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Haben sich schon mit dem Liegestuhl einen Platz reserviert: SEB-Chef Stefan Pruschwitz und Dörte Sittig. Die Werbegestalterin ist derzeit zu Gast in Bebra und arbeitet an Ideen für das geplante Netz aus Drahtseilen über der Bismarckstraße und Nürnberger Straße – im Hintergrund die Kreuzung mit Semms Eck.

Nach dem erfolgreichen Start der Veranstaltungsreihe am Bahnhof wird es bald auch wieder Livemusik in der Innenstadt geben.

Bebra – Ab dem 25. August findet „Mittwochs in Bebra“ nicht nur am Lokschuppen, sondern ebenfalls am alten Stammplatz unweit des Einkaufszentrums statt. Insgesamt soll es dann an drei Terminen jeweils drei Bühnen in Bebra geben. Die Innenstadt wird an den Mittwochnachmittagen zur Flaniermeile.

„Es ist noch kein Stadtfest und keine große Party. Aber es ist offenbar ein Treffen, das die Leute wollen“, sagt Stefan Pruschwitz. Der Chef der Bebraer Stadtentwicklung SEB schöpft Hoffnung aus der positiven Erfahrung mit den jüngsten Veranstaltungen am Lokschuppen – wir berichteten. Wenn die Veranstaltungsreihe dafür sorge, dass 300 bis 400 Besucher gleichzeitig in der Innenstadt unterwegs sind, sei das bereits ein Erfolg. „Wir müssen unseren Handel wieder ins Gespräch bringen“, so Pruschwitz.

Eine Obergrenze für die Open-Air-Veranstaltung soll es zunächst nicht geben. Werde es in der Innenstadt zu eng, müsse man notfalls eingreifen – die SEB geht allerdings nicht davon aus, dass das nötig sein wird.

Neben der jetzigen Bühne am Bahnhof soll es am 25. August sowie am 1. und 8. September jeweils von 17 bis 21 Uhr auch am Amalienplatz und vor der Elch-Apotheke Livemusik geben. Bereits ab 16 Uhr haben an diesen Mittwochabenden Fußgänger Vorrang in der Innenstadt, die vorübergehend für den Durchgangsverkehr gesperrt wird (siehe Hintergrund). Ob auch die Bismarckstraße dicht ist oder erst die Nürnberger Straße ab Semms Eck gesperrt wird, steht noch nicht fest. Sowohl Bebras Gastronomie als auch der Einzelhandel sollen aber für die Veranstaltung mit ihrem Angebot „auf die Straße gehen“, so der Wunsch der SEB. Angedacht ist etwa ein sogenannter Einzelhändlerflohmarkt. Die ersten Rückmeldungen seien positiv, sagt Pruschwitz. Die Stadtentwicklung will zudem mit bereitgestellten Liegestühlen und Blumeninseln für Wohlfühl-Atmosphäre sorgen.

Autos raus aus der Stadt – aber immer nur vorübergehend

Für vorübergehende Sperrungen der Innenstadt für Veranstaltungen wie „Mittwochs in Bebra“ spricht sich die Bebraer Handels- und Gewerbevereinigung (HGV) klar aus. Allerdings warnt der Vorstand eindringlich davor, die Innenstadt als verkehrsberuhigte Zone auszuweisen, wie es jüngst im Parlament diskutiert worden ist. Damit sei die Zukunftsfähigkeit des innerstädtischen Handels in Gefahr – die Stärke der Innenstadt sei es, viele Einzelhandelsgeschäfte auf engem Raum zu bieten und gleichzeitig gut erreichbar zu sein. Bebra habe sich „ein stabiles Einzugsgebiet in den umliegenden Gemeinden geschaffen“, heißt es in einer Pressemitteilung der HGV. Viele Kunden kämen daher mit dem Auto in die Stadt, für die Verkehrsberuhigung sei zudem bereits viel Geld investiert worden. Weitere Einschränkungen gefährdeten die bislang gute Entwicklung. 

Zur Auftaktveranstaltung am 25. August wird auch die Hessenschau mit einem Kamerateam zu Gast sein. Der Sender berichtet auf seiner Sommertour live mit einer Schalte aus Bebra. Auf die Eisenbahnerstadt aufmerksam geworden sei der Hessische Rundfunk durch den wiederholten Erfolg beim Programm „Ab in die Mitte“, aus dem auch „Mittwochs in Bebra“ hervorgegangen ist, so Stefan Pruschwitz. Nun solle es in dem Beitrag um die Stadtentwicklung und den Kampf der Kleinstadt mit den Folgen der Corona-Krise gehen.

Am heutigen Mittwoch tritt der heimische Singer und Songwriter Felix Kohlhoff auf der Bühne im Biergarten am Lokschuppen auf. Der Rotenburger schaffte es gemeinsam mit seiner Schwester Emma bei der Casting-Sendung The Voice of Germany 2019 bis in die K.o.-Runde. Start ist um 17 Uhr, der Eintritt ist – wie bei allen „Mittwochs in Bebra“-Veranstaltungen – frei. (Clemens Herwig)

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