Craft-Bier statt Bargeld

Mosebergs Brauhaus soll Ende Oktober in ehemaliger Bankfiliale in Bebra öffnen

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Warten auf die Panoramafenster: Gerald Michaelis (links) und Sascha Moseberg. Nach der Bebraer Kirmes soll es einen ersten Testlauf im Brauhaus geben. Derzeit sind die Fensterflächen im Wintergarten noch mit Holz verkleidet (Foto oben rechts). Das größere Fenster ist sechs Meter breit, 600 Kilogramm schwer und lässt sich wie eine Ziehharmonika zusammenschieben. Das soll für einen Freiluftcharakter sorgen. Fotos:

Mehr als zwei Dutzend Biersorten, ein Wintergarten und eine Dachterrasse – alles in einem denkmalgeschützen Fachwerkbau mitten in der Bebraer Innenstadt. Ende Oktober soll „Mosebergs Brauhaus“ in der ehemaligen Bankfiliale an der Nürnberger Straße öffnen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: In der Ex-Bank wird kein Bier gebraut. Trotzdem dreht sich alles um den guten Hopfen. Sascha Moseberg will mit der Zeit mehr als 30 verschiedene Sorten anbieten – vor allem handgemachtes Craft-Bier. „Bei uns wird es keine großen Brauereien geben“, sagt der Gastronom. Dafür aber Abwechslung, vom herben Hamburger bis zum süßen Münchner Bier.

Derzeit sind die Fensterflächen im Wintergarten noch mit Holz verkleidet (Foto oben rechts). Das größere Fenster ist sechs Meter breit, 600 Kilogramm schwer und lässt sich wie eine Ziehharmonika zusammenschieben. Das soll für einen Freiluftcharakter sorgen.

Dazu gibt es nordhessische Küche wie Schmandschnitzel und Weckewerk, „aber alles neu interpretiert: Mit Weckewerk allein holt man niemanden hinter dem Ofen hervor“, sagt Moseberg. Auf Wunsch bekommen die Gäste ein sogenanntes Food-Pairing – also gezielte Bierempfehlungen zum Essen.

Seinen Partner hat der Bebraer Gastronomen mit dem Konzept überzeugt, für das er sich auch Inspiration bei einem Szene-Laden in Hamburg geholt hat. Der VR-Bankverein baut seine ehemalige Filiale aufwendig um, rund eine Millionen Euro fließen in das Projekt. Dabei brechen Pächter Moseberg und sein Einrichter Gerald Michaelis von der Bad Hersfelder Firma Orgaplan bewusst mit Brauhaus-Klischees: „Wir wollen kein bayerisches Wirtshaus mit Lederhosen und Dirndl sein“, sagt der Gastronom.

Schmucker Innenraum: Moseberg setzt auf einen rustikalen Stil mit einem gewissen  Industriecharme.

Stattdessen wird auf einen rustikalen Stil mit einem gewissen Industriecharme gesetzt. Fichtenbalken treffen so auf geschwärzte Lampen. Werden sonst Lüftungsrohre möglichst versteckt, sind sie in Bebra teil der Einrichtung – wie auch das Metall rund um den Tresen und WC-Waschbecken aus Kupfer. 100 Gäste sollen in Mosebergs Brauhaus Platz haben, hinzu kommen im ersten Stock eine Dachterrasse sowie ein separater Veranstaltungsraum mit Platz für jeweils maximal 50 Personen.

Mit Bar, Café und nun auch Brauhaus schafft sich der Gastronom eine Art Mosebergsches Dreieck direkt am Einkaufszentrum. „Als Gast willst du nicht jedes Wochenende das gleiche machen“, sagt er. Bevor die Gäste nach Rotenburg, Alheim oder Bad Hersfeld abwanderten, mache er sich lieber selbst Konkurrenz. Derzeit ist Moseberg auf Mitarbeitersuche: Etwa zehn neue Stellen müssen besetzt werden.

Trend kommt aus den Staaten

Craft-Biere werden von einer unabhängigen Brauerei gebraut. Den Begriff prägte der Trend zum eigenen Brauen ab den 70er-Jahren in den USA, der als Gegenbewegung zu den Standardbieren der großen Brauereien entstand – den Überlebenden der Prohibition. In Deutschland bezeichnet Craft-Bier eher Kreativbiere, die Stile aufgreifen und neu interpretieren. „Craft-Bier ist im Kommen“, sagt Moseberg, der mit bis zu 20 Sorten plant. Bei Messen habe sich die Zahl der Aussteller in fünf Jahren mehr als verzehnfacht.

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