Partynacht pur: Musik und Tanz

"Der John Lennon des Techno" - Dr. Motte legte im Lokschuppen Bebra auf

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Und ab geht´s: Dr. Motte legt auf.

Drei Stunden lang lässt DJ-Legende Dr. Motte die Bässe wummern im Lokschuppen in Bebra. Und dann ist er noch für die Fans da.

Er betritt die Lokschuppen-Bühne um kurz vor Mitternacht, er soll zwei, maximal zweieinhalb Stunden auflegen – und lässt die Bässe bis um drei Uhr morgens wummern. Er hätte sich nach dem Auftritt ins Hotel zurückziehen können, Schlaf nachholen, die Minibar leeren. Was Star-DJs eben so machen, wenn die Partynacht für sie vorbei ist. Stattdessen bleibt Dr. Motte zum Quatschen, erst mit dem Publikum, dann in den frühen Morgenstunden mit Brandschützern von Bebras Freiwilliger Feuerwehr, die zufällig vorbeikommen. Der 59-jährige Loveparade-Erfinder fühlt sich offensichtlich wohl in Bebras neuem Veranstaltungsort am Bahnhof – und will wiederkommen.

„Wir konnten noch in der Nacht vereinbaren, dass es einen Wiederholungsauftritt geben wird“, sagt Lokschuppen-Geschäftsführer Matthias Bähr. Er und Motte, der mit bürgerlichem Namen Matthias Roeingh heißt, kennen sich aus Berlin.

Wenn Bähr über den DJ spricht, der die Techno-Szene in Deutschland geprägt hat, kommt er aus dem Schwärmen nicht heraus. Für Bähr ist Roeingh eine „Legende und ein echter Humanist“, der fest daran glaubt, dass Musik die Welt verändern kann: „Der John Lennon der Techno-Musik sozusagen“.

Viele DJs bespaßen ihr Publikum mit aufwendigen Shows, lassen riesige Gummibälle über die Besucherhände wandern und Feuerfontänen aufsteigen. Dr. Motte ist von der alten Schule – bei ihm geht es um die Musik und ums Tanzen.

Lange Nacht im Lokschuppen: Das Publikum in Bebra feierte bis in die frühen Morgenstunden mit Dr. Motte in der neuen Eventlocation am Bahnhof. Fotos: BB Entertainia/nh

Ist es schade, dass der Lokschuppen noch nicht voll wird? Rund die Hälfte der 600 Karten für Dr. Motte wurden verkauft. Matthias Bähr sieht es trotzdem als Erfolg. Es gebe viele Menschen in der Region, die noch immer keine Notiz vom Lokschuppen als Veranstaltungsort genommen hätten. Zudem sei er noch dabei, sich an die Wünsche der Bevölkerung heranzutasten.

Der Kartenverkauf für künftige Veranstaltungen der DJ-Reihe „Elektro Lok“ – etwa der Auftritt von DJane Marusha, die am 4. Januar in Bebra auflegen wird – laufe gut. Auch mit den Verkaufszahlen für den „Christmas Lok-Rock“ am 21. Dezember mit den Rodgau Monotones ist der Geschäftsführer zufrieden. Und für Heinz-Rudolf Kunze, der am kommenden Samstag zu Gast ist, gibt es nur noch Restkarten – wenn auch stellenweise auf guten Plätzen. Hinter dem Liedermacher stehe aber auch der Tourveranstalter-Riese Mawi, der zu den größten Europas gehöre.

„Wir wollen regional in der gesamten Breite durchdringen“, sagt der Lokschuppen-Chef. Dabei kämpft er auch ein Stück weit gegen die Selbsteinschätzung vor Ort. Am Partyabend mit Dr. Motte sei immer wieder ein Satz gefallen, sagt Bähr: „Wie verirrt sich so ein Mann in unser Kaff?“ Der Veranstalter sieht das anders: „Da verkaufen sich die Bebraner ein bisschen unter Wert.“

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