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Nächstes Millionenprojekt: Bebra gestaltet nördlichen Stadteingang neu

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Von: Clemens Herwig

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Unnötig viel Asphalt: Die für das heutige Verkehrsaufkommen überdimensionierte Kasseler Straße in Richtung Innenstadt wird schmaler und über eine Kurve am Parkplatz vor der Auferstehungskirche (rechts) gelenkt. Damit wird Platz für den Bebra-Bach und neue Gebäude geschaffen. Noch in diesem Jahr soll der Abriss der ehemaligen Druckerei Fischer (links im Bild) beginnen.
Unnötig viel Asphalt: Die für das heutige Verkehrsaufkommen überdimensionierte Kasseler Straße in Richtung Innenstadt wird schmaler und über eine Kurve am Parkplatz vor der Auferstehungskirche (rechts) gelenkt. Damit wird Platz für den Bebra-Bach und neue Gebäude geschaffen. Noch in diesem Jahr soll der Abriss der ehemaligen Druckerei Fischer (links im Bild) beginnen. © Clemens Herwig

Bevor es schöner wird, müssen die Abrissbagger ran. Es ist ein Spiel, das die Bebraner zur Genüge kennen und das noch in diesem Jahr an der Kasseler Straße angepfiffen werden soll.

Bebra – Die Stadt plant dort das nächste Millionenprojekt, bei dem der sogenannte Stadteingang Nord zwischen Hessischem Hof und der Mühlenstraße ein neues Gesicht bekommen und grüner werden soll. Es ist ein großer Wurf mit viel Vorlauf.

Der erste Eindruck im Norden von Bebra ist geprägt von viel Asphalt – es ist ein Erbe der Verkehrsplanung zu Beginn der 1970er-Jahre. Damals fiel die Entscheidung, die Bundesstraße 83 quer durch die Stadt in Richtung Hersfelder Straße zu führen. Die Kasseler Straße wurde ausgebaut, gerade auf die Nürnberger Straße geführt und für eine Fußgängerunterführung angehoben. Der Bebra-Bach verschwand unter der Erde. Als die B 27 als Umgehungsstraße den Verkehr aufnahm, wurden die Autos und Lastwagen in Bebras Norden weniger – aber die üppige Kasseler Straße blieb.

Nun soll sie ihren ursprünglichen Verlauf zurückerhalten und über eine Kurve am Parkplatz vor der Auferstehungskirche in Richtung Innenstadt führen. So sollen Asphaltflächen entsiegelt und wieder mehr Platz für den Bebra-Bach und Neubauten geschaffen werden. Die Aufwertung war bereits 2007 ein Ziel des Stadtumbaus, sagt Bebras Bauamtsleiter Patrick Schuster – blieb aber wegen anderer Projekte wie der Südspange am Bahnhof auf der Strecke.

Unsere Grafik zeigt auf Basis einer Ausarbeitung des Büros „Foundation 5+ Landschaftsarchitekten“ aus Kassel eine Skizze, wie sich das Gesicht des nördlichen Stadteingangs verändern könnte.
Unsere Grafik zeigt auf Basis einer Ausarbeitung des Büros „Foundation 5+ Landschaftsarchitekten“ aus Kassel eine Skizze, wie sich das Gesicht des nördlichen Stadteingangs verändern könnte. Mit Klick auf die Pfeile oben rechts ist die Gesamtansicht zu sehen. © HNA/Foundation 5+

Abriss soll noch in diesem Jahr beginnen

Damit die Neugestaltung gelingen kann, müssen alte Gebäude weichen. Seit 2017 erwirbt die Stadt daher Grundstücke zwischen Kasseler Straße und Bachweg. Dem Kauf des letzte Puzzleteils stimmte das Stadtparlament Anfang Mai zu. Bereits im März hatte die Kommunalpolitik einstimmig die Bauleitplanung auf den Weg gebracht.

Im September soll der Entwurf offengelegt werden, im Sommer 2023 könnte der Bebauungsplan stehen, sagt Schuster. Dann würde voraussichtlich ab 2024 gebaut – zwei Investoren stünden bereits in den Startlöchern, um die Flächen zu entwickeln. Weitere Details gibt es zunächst nicht. Möglich wären laut Planung etwa Wohngebäude, Geschäfte und Büros sowie „Betriebe des Beherbergungsgewerbes“ – dass sich an der Kasseler Straße Einzelhandel ansiedelt, sei nicht vorgesehen.

Der Bebra-Bach verläuft derzeit noch in weiten Teilen unterirdisch in Richtung Fulda. Das weiße Fachwerkhaus am Bachweg im Hintergrund bleibt erhalten.
Der Bebra-Bach verläuft derzeit noch in weiten Teilen unterirdisch in Richtung Fulda. Das weiße Fachwerkhaus am Bachweg im Hintergrund bleibt erhalten. © Clemens Herwig

Der Abriss wird bereits dieses Jahr auf dem Gelände der ehemaligen Druckerei Fischer (Kasseler Straße 2) beginnen. Dort soll der unterirdisch verlaufende Bebra-Bach etwa auf doppelte Breite ausgebaut und „befreit werden“, wie Schuster sagt. Geplant ist eine mehrstufige Promenade mit Sitzgelegenheiten, die sich zu einem Stadtplatz entwickeln soll. Insgesamt werden drei Gebäude im Stadteingang Nord Platz für die Pläne machen – neben der ehemaligen Druckerei die Nürnberger Straße 7 und die Karlstraße 2. Ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus-Ensemble am Bachweg bleibt dagegen erhalten.

In Bebras nördlichen Stadteingang könnte ein zweistelliger Millionenbetrag fließen

Bauamtsleiter Patrick Schuster rechnet mit Investitionen von bis zu sechs Millionen Euro – auch, weil die Stadtwerke den Umbau der Kasseler Straße für eine Erneuerung der Kanäle nutzen wollen. Hinzu kommen die Projekte der Investoren, in den kommenden Jahren könnte demnach ein zweistelliger Millionenbetrag in Bebras nördlichen Stadteingang fließen.

Unser Foto zeigt Bauamtsleiter Patrick Schuster mit einem Entwurf, wie die Änderungen aussehen könnten, an der Auferstehungskirche mit Blick in Richtung Hessischer Hof.
Großer Wurf mit viel Vorlauf: Unser Foto zeigt Bauamtsleiter Patrick Schuster mit einem Entwurf, wie die Änderungen aussehen könnten, an der Auferstehungskirche mit Blick in Richtung Hessischer Hof. © Clemens Herwig

Die Förderanträge für den Straßenbau laufen, bei den Abbrüchen wird auf Geld aus dem Stadtumbau zurückgegriffen, das noch nicht abgerufen wurde. Für die Neugestaltung der Bebra samt Promenade zapft die Verwaltung das Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt an, mit dem der Göttinger Bogen und die nordwestliche Kernstadt neu gestaltet werden. Die finanzielle Unterstützung für die Stadt liege je nach Programm zwischen 65 und 90 Prozent, sagt Patrick Schuster. (Clemens Herwig)

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