Stadtparlament

Naturschutz und Radwege: Bebra arbeitet am grünen Fußabdruck

Wird grüner, aber der Biber bleibt: der Kreisel an der Bahnhofstraße/Gilfershäuser Straße in der Kernstadt Bebra und sein eineinhalb Tonnen schwerer Blickfang.
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Wird grüner, aber der Biber bleibt: der Kreisel an der Bahnhofstraße/Gilfershäuser Straße in der Kernstadt Bebra und sein eineinhalb Tonnen schwerer Blickfang.

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause hat das Bebraer Parlament gleich mehrere Projekte auf den Weg gebracht, die für einen grüneren Fußabdruck der Biberstadt sorgen sollen.

Bebra – Das Stadtparlament votierte einstimmig für mehr Grün- statt Schotterflächen, mehr Platz für Naturschutz am Ackerrand und den Startschuss des Radwegebaus in den Ortsteilen und der Kernstadt. Die Pläne im Überblick:

Künftig kein Schotter mehr: Bereits in der vorangegangenen Sitzung wurde der Vorschlag der Grünen und Gemeinsam für Bebra diskutiert – und zurück in die Ausschüsse verwiesen. Jetzt ist sich das Parlament einig: Bei der Gestaltung der öffentlichen Flächen wird künftig, bis auf begründete Ausnahmefälle wie etwa am Fahrbahnrand der Bahnhofsstraße, auf Schotter verzichtet.

Bereits bestehende Flächen sollen grüner und ökologisch wertvoller werden, etwa der Kreisel an der Bahnhofstraße/Gilfershäuser Straße und die Park&Ride-Anlagen. Der Druck auf den Bauhof – einer der größten Kritikpunkte – ist verschwunden: Die Verwaltung soll eine „Zeitschiene“ erstellen, die sie personell auch stemmen kann. Die Kosten für die Umgestaltung sollen sich bereits im Haushalt für das kommende Jahr wiederfinden. „Wir müssen entscheiden, was es uns wert ist und ein Budget festlegen“, so Bürgermeister Stefan Knoche.

Die Entscheidung fiel einstimmig – auch, wie Timo Schröder für die CDU anmerkte, es „nicht die Aufgabe des Stadtparlaments sei, zu entscheiden, welche Pflanze wo Sinn macht“. Bernd Holzhauer (FWG) lobte den erreichten Kompromiss: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Bebra holt sich seine Feldwege zurück: Mit einer aufwendigen Recherche hat die SPD deutlich gemacht: Mindestens 17 Feldwege in Bebra sind über Jahrzehnte deutlich schmaler geworden oder ganz verschwunden, weil sie widerrechtlich als Ackerland genutzt werden. Nun hat das Stadtparlament beschlossen, sich die Flächen zurückzuholen – sie sollen etwa mit Blühstreifen und Steuobstwiesen dem Naturschutz zugute kommen.

Dafür wird die Feldwegesatzung der Stadt geändert, damit die Landwirte bei Wegen, die nicht mehr gebraucht werden, auch Ausgleichsflächen am Ackerrand anbieten können. Liane Helmich (CDU) würdigte den Einsatz der Sozialdemokraten: „Mit dem vorliegenden Beschlussvorschlag ist meiner Meinung nach ein pragmatischer Kompromiss gelungen.“ Die Rückmeldung der Landwirte auf den Vorschlag sei positiv. Die Stadt habe aber mit Kosten zu rechnen, wenn die Wege wieder gepflegt werden müssten. Helmich regte eine Beteiligung von Landwirten, Ortsbeiräten, Jagdgenossenschaften, örtlichen Naturschutzverbänden und des in der Gründung befindlichen Landschaftspflegeverbands an.

Weg frei – Teil II: Dem von der CDU vorgeschlagenen Radweg von Iba nach Weiterode stimmte das Parlament zu, ebenfalls grünes Licht gab es für eine von der SPD geforderte Fahrradstation mit Ladesäulen, abschließbaren Boxen und Reparaturwerkzeug am Bahnhof. Beide Anträge fallen unter den bereits im vergangenen Sommer beschlossenen Radwegeausbau, nach einem Jahr habe sich aber „relativ wenig getan“, sagte Michael Gauler (CDU).

Nun soll „unverzüglich“ mit der Planung begonnen und weitere Projekte eins nach dem anderen abgearbeitet werden, „wie der Bauer die Knödel isst“. Bernd Holzhauer sprach im gleichen Sinne vom Bretzelbacken. Stadtverordentenvorsteherin Stefanie Koch: „Man bekommt ja richtig Hunger bei den ganzen Essens-Metaphern.“

Als die Forderungen nach dem Startschuss für weitere Strecken lauter wurden – (Stefan Krug: „Der Radweg nach Iba kann nur der erste Schritt von vielen sein, die zeitnah folgen müssen“) – schritt Bürgermeister Knoche ein: „Wir können nicht 40 Radwege gleichzeitig planen und bauen. Dafür fehlt das Personal.“ Offen ist etwa der Radweg von der Kernstadt über Gilfershausen und Imshausen nach Solz. (Clemens Herwig)

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