Umjubelte Auftritte in Ellis Saal in Weiterode

So nett und doch so zotig: Bauchredner Mario Reimer

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Verliebt: Mandy konnte gar nicht die Augen von Michael in der ersten Reihe lassen, während sie bei Mario Reimer auf dem Arm saß.

Weiterode. Zwei umjubelte Auftritte hat Bauchredner Mario Reimer in Ellis Saal absolviert. War er nett und sympathisch, zeigten sich seine eigenwilligen Puppen auch mal gehässig und zotig.

Was kann Mario Reimer dafür, dass es so zotig zugeht bei seinem Auftritt in Ellis Saal? Er ist ein sympathischer Mann, den nach wenigen Augenblicken alle im Publikum gern haben, nachdem er die Runde durch den Saal gedreht und viele mit Handschlag begrüßt hat. Reimer ist vielleicht ein Schelm, aber doch nicht einer, der so schmutzige Witze auf Lager hat. Wären da nicht seine Puppen …

An zwei Abenden war der Bauchredner zu Gast in Weiterode, im Gepäck jede Menge Handpuppen. Die warteten mehr oder weniger geduldig in ihren Kisten auf ihren Auftritt, um dann zu zeigen, dass ihnen kein Witz zu flach und keine Bemerkung zu gehässig ist.

„So ein schöner Tag!“: Zuschauerin Roswitha Jablonski (rechts) kam beim Finale aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Bauchredner Mario Reimer (Mitte) legte ihr und Michael Sauer aus dem Publikum die Worte in den Mund.

Da ist der vergessliche Greis Herr Schulze mit brüchiger Stimme, der seiner Hilde zum Geburtstag eine Waage geschenkt hat, damit sie in vier Sekunden von Null auf Hundert kommt. Da ist Hilde, 80 Jahre alt, zu der der Arzt vor 50 Jahren noch sagte: „Bitte nackig machen!“ Heute sagt er: „Bitte Zunge raus!“ Da ist Udo Lindenberg, der immer ein genäseltes „Ey, na klar“ nachschiebt und den Männern empfiehlt, die Schwiegermutter wie ein Gemälde zu behandeln: „Aufhängen!“.

Am turbulentesten geht es auf der Bühne zu, wenn nicht nur eine, sondern gleich mehrere Puppen Reimers gleichzeitig zum Leben erwachen. Wenn Herr Schulze aus seiner Transportkiste heraus berichtet, dass er gerade eine Unterhose anprobiert, wenn Karel Gott während Reimers Gespräch mit Schlagerstar Heino unentwegt „Bin ich jetzt dran?“ dazwischenruft. Und Mario Reimer, der Bauchredner, so scheint es, hat mit all dem nichts zu tun. Er befindet sogar, hier gehe es zu wie im Irrenhaus.

Das umjubelte Finale bestreitet Reimer mit zwei Handpuppen, die gar keine sind: Michael Sauer und Roswitha Jablonski finden den Weg aus dem Publikum auf die Bühne. Sie dürfen keinen Mucks sagen, aber den Mund weit aufreißen, wenn Mario Reimer ihr Handgelenk drückt und den beiden mit ganz tiefer oder quietschiger Stimme Sätze in den Mund legt. Und so schmettert Roswitha Jablonski mit Michael Sauer „An der Nordseeküste“ und bringt immer wieder ihr Entzücken über den Abend zum Ausdruck: „So ein schöner Tag!“

Von Achim Meyer

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