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Neun-Euro-Ticket sorgt auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg für „rappelvolle“ Züge

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Von: Clemens Herwig, Jan-Christoph Eisenberg

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Ein Cantus-Zug am Bahnhof Bebra
Das tolle Wetter trug seinen Teil bei zur hohen Nachfrage nach Zügen am Pfingstwochenende (Archivbild). © privat/nh
Ein Cantus-Zug am Bahnhof Bebra: Das Unternehmen bedient zahlreiche Strecken und wird nicht bestreikt.
Ein Cantus-Zug am Bahnhof Bebra: Das Unternehmen bedient zahlreiche Strecken und wird nicht bestreikt. © privat/nh

Der Nordhessische Verkehrsverbund und Lokführer, die am Wochenende im Einsatz waren, berichten von belebten Bahnsteigen und vollen Zügen.

Hersfeld-Rotenburg – Wie erwartet hat sich das zurückliegende lange Pfingstwochenende zum ersten echten Härtetest für das seit Anfang Juni geltende Neun-Euro-Ticket im Nahverkehr entwickelt – auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf den Strecken Kassel-Bebra-Fulda und Bebra-Eisenach. Der NVV spricht in einer Pressemitteilung von einem Fahrgast-Zuwachs von bis zu 50 Prozent.

„Die Züge waren deutlich voller als sonst“, bestätigt Dirk Kümmerling, Vorsitzender der Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Weil das Maximalgewicht der Fahrzeuge ausgeschöpft war, mussten Reisende stellenweise auf den Bahnsteigen stehen bleiben und auf die nächste Verbindung warten. „Einige Fahrgäste haben darauf mit viel Unverständnis reagiert“, schildert Kümmerling die Rückmeldungen der GDL-Kollegen, die am Pfingstwochenende im Führerstand im Einsatz gewesen sind. Laut NVV besonders überlaufen war die Strecke Kassel-Göttingen. Durch die hohen Fahrgastzahlen und längeren Ein- und Aussteigezeiten sei es zudem zu Verspätungen und verpassten Anschlüssen gekommen. Auch die Fahrradmitnahme sei nicht immer möglich gewesen.

„Die Züge und Bahnsteige waren extrem voll, das war auf den ersten Blick zu sehen“, sagt Hendrik Schröder. Der Cantus-Lokführer war am Freitag und Pfingstmontag dienstlich im Landkreis unterwegs. Ein Kollege habe auf der Strecke Fulda-Bebra-Kassel rund 700 Reisende gezählt – normal seien bis zu 200. „Das Angebot wird gut angenommen“, sagt Lokführer Patrick Rehn aus Bebra, der ebenfalls Dienst hatte. Viele Passagiere seien mit Fahrrädern und Kinderwagen als Ausflügler zu erkennen gewesen. Der NVV habe in Erwartung des Andrangs die Zuglänge oft nahezu verdoppelt. Wo das nicht der Fall war – wie auf der Linie Bebra-Eisenach – seien die im Zwei-Stunden-Takt fahrenden Züge „rappelvoll“ gewesen, so Rehn.

Stark frequentiert waren laut NVV vor allem Linien Richtung Rhein-Main, Ruhrgebiet, Niedersachsen und Thüringen. Bei den Bussen waren besonders Linien zu touristischen Zielen wie dem Edersee gefragt. Einen deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen verzeichnete der Verkehrsverbund laut Sprecherin Sabine Herms auch auf den Buslinien rund um die Kreisstadt Bad Hersfeld, wo am Wochenende das Swing & Wine-Festival stattfand. Die Busse seien bis zu 40 Prozent stärker als üblich ausgelastet, jedoch nicht überfüllt gewesen. „Trotz der größeren Nachfrage standen den Fahrgästen ausreichend Sitz- und Stehplätze zur Verfügung“, betont die Sprecherin. (cig/jce)

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