Das war es noch nicht: Bebras ehemaliger Bauamtsleiter hat viele Ideen

Von der Vision zur Wirklichkeit: vom Röse-Kreise (Foto vom März 2013 mit Manfred Klöpfel) führt heute eine Straße in Richtung des Betrachters, die sogenannte Südspange, direkt zum Bahnhof. Archivfoto: Schankweiler-Ziermann

Bebra. Natürlich hat er keine Langeweile. Manfred Klöpfel (65) ist zwar seit August in Rente, aber „im Kopf schwirrt immer etwas, das nach Veränderung ruft“.

Planen, Szenarien entwickeln, „das war schon immer meins“, sagt der ehemalige Baumamtsleiter in Bebra. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren ihr Gesicht verändert. Daran hat Manfred Klöpfel entscheidend mitgewirkt.

Nach der Boomzeit der Grenzöffnung war es in Bebra spürbar abwärts gegangen. Als die erste Stadtsanierung im Jahr 1994 weitgehend beendet war, reifte beim Erstellen einer Abschlussbroschüre im kleinen Kreis die Erkenntnis: „Das darf nicht alles gewesen sein.“

Im Bauamt wurden unter Klöpfels Leitung Ideen für das nächste Jahrtausend entwickelt: Eine ganz neue Verkehrsführung, die Südspange zum Bahnhof, Kreisellösungen und Platz für ein neues Einkaufszentrum mitten in der Stadt. Die Planung dauerte Jahre. Dann folgte die Abrissphase, und viele spotteten, die Stadt bestehe bald nur noch aus Parkplätzen. Die Kritik habe ihn nicht getroffen, sagt Klöpfel heute und spricht von Demut, die man angesichts eines solchen Mammutprojekts aufbringen müsse.

Ohne einen langen Atem ließen sich grundlegende Veränderungen nicht bewerkstelligen. Denn nach der Idee gelte es, andere dafür zu begeistern, Menschen zu finden, die mittun, die die Beschlüsse fassen, die das Geld geben. „Das Geld“, ist Klöpfel überzeugt, „liegt auf der Straße, man muss nur bereit sein, sich zu bücken.“

Wenn er heute über die Südspange zum Bahnhof oder durch den Nordkreisel fährt, erfüllt den ehemaligen Bauamtsleiter immer noch ein fast ungläubiges Staunen. Im Geiste ist er schon zigmal die Strecken gefahren, als sie noch auf dem Papier standen. Im September hat das neue Einkaufzentrum „das be!“ im Zentrum der Stadt eröffnet.

Der gelernte Diplom-Verwaltungswirt mit Hang zum Technischen, der sich selbst als interessiert, neugierig und als Tüftler beschreibt, hatte sich erst in sein Amt reinarbeiten müssen. Dieses Amt lässt ihn auch im Ruhestand nicht gänzlich los.

Gewissermaßen als Zeitzeuge kümmert sich Klöpfel noch bis zum Jahresende um die endgültige Abrechnung der 1972 begonnenen Stadtsanierung I gegenüber dem Land Hessen.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann 

Was Manfred Klöpfel zum Bebraer Bahnhof zu sagen hat, lesen Sie in unserer gedruckten Dienstagsausgabe.

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