Nutzungsvertrag für Sportanlagen in Bebra gekündigt: Vereine sind wütend

Bebra. Im Herbst 2014 haben die Fußballvereine in Bebra die Kündigungen der Nutzungsverträge für die Sportanlagen zum Ende 2015 bekommen.

Geplant war, dass die Vereine Aufsitzrasenmäher erhalten und die Pflege der Sportstätten selbst übernehmen sollten. Dieser Vorschlag von Bürgermeister Uwe Hassl wurde vom Magistrat der Stadt befürwortet. Die Stadtverordneten lehnten aber im März ab, für die Rasenmäher Geld bereitzustellen.

Jetzt sind die Fußballvereine schlicht enttäuscht: „Unsere Arbeit wird nicht wertgeschätzt“, sagen die beiden Vorsitzenden des FV Bebra, Dirk Wahl und Rainer Gleim, und Thomas Kunz von der LG Alheimer. Die FSG Bebra nutzt genauso wie die Fußballer von Real Espanol, der TSV Bebra, der TV 03 Breitenbach, die Schulen, die Sozialen Förderstätten und die Kyffhäuser die Anlagen der Biberkampfbahn. Diese befindet sich im Besitz der Stadt.

Torwarttraining: Dieter Hesse rechts) übt mit den Spielern.

Das Kernproblem sei, dass die ganze Verantwortung für die Sportstätte dem FV Bebra übertragen werden solle, diesem aber gleichzeitig Vorschriften gemacht werden sollen. Etwa, dass auch Gazi Antep hier spielen dürfe. Die Sportler kritisieren, dass die Biberkampfbahn nicht mit den Sportplätzen in den Dörfern zu vergleichen sei. „Sehen Sie sich doch mal um: Es geht hier nicht darum, nur mal Rasen zu mähen“, sagt Dirk Wahl. Die Anlage verfügt über drei Plätze, Hecken und Raine, Tartanbahn, Leichtathletikanlagen, das große Sporthaus, Parkplätze.  Bisher hat der Bauhof die Plätze gemäht, zwei Platzwarte haben die unzugänglichen Grünflächen gepflegt und das Sporthaus sauber gehalten. Ihnen wolle der Bürgermeister kündigen. Dabei kümmerten sich die Vereine schon heute um die Sauberkeit, walzen die Plätze, streichen Geländer und Mannschaftskabinen.

Von Gleichbehandlung der Vereine werde geredet, aber nur den Fußballern seien die Nutzungsverträge gekündigt worden. Der FV Bebra sollte nach den Plänen die Biberkampfbahn übernehmen und an die anderen Vereine weitervermieten. Mit den Einkünften sollten Platzwarte bezahlt werden. Die Pläne von Bürgermeister Uwe Hassl sahen vor, dass der Verein einen Aufsitzmäher erhalten und selbst die Rasenflächen mähen sollte - wie die Vereine auf den Dörfern.

„Das wäre für uns nicht zu stemmen“, sagen Wahl und Gleim. Ende Oktober 2014 seien die Kündigungen der Nutzungsverträge gekommen - zusammen mit der Einladung zu einer Vereinskonferenz im November. „Warum hat der Bürgermeister nicht vorher mit uns gesprochen?“ Ihm werfen die Vereinsvertreter vor, ein Thema losgetreten zu haben und sich jetzt aus der Verantwortung zu stehlen.

„Diejenigen, die die ehrenamtliche Arbeit machen, werden dafür noch bestraft“, meint Thomas Kunz, und Dirk Wahl weist auf rund 150 Kinder bei den Trainingsterminen hin. Die Betreuer seien die billigsten Sozialarbeiter, ergänzt Gleim.

Das sagt Bürgermeister Uwe Hassl:

"Ich bin es leid, die Versäumnisse der Politik auszubaden und hier den guten und bösen Politiker zu spielen. Deshalb habe ich nun die Reißleine gezogen und zusammen mit dem Magistrat die Sache eingefroren.“

Kartenansicht: Die Biberkampfbahn

Mehr zu dem Konflikt zwischen den Bebraer Sportvereinen und der Stadt lesen Sie in der Samstagsausgabe der Rotenburg-Bebraer Allgemeinen.

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