Transfer ist Thema bei nächster Stadtverordnetenversammlung

Ohne Bus kein Kindergarten in Solz

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Eltern, Kinder und Erzieherinnen des Solzer Kindergartens: Sie brachten die Unterschriften ins Bebraer Rathaus. Bürgermeister Uwe Hassl zählte 762 Unterzeichner, die möchten, dass die Stadt weiterhin den Bustransport sicherstellen möge.

Solz. Der Bustransport der Kinder zum Evangelischen Kindergarten in Solz ist gefährdet. Fährt der Bus nicht mehr, müsste auch noch eine Gruppe in der Einrichtung geschlossen werden.

„Die Existenz des Kindergartens Solz wird damit in Frage gestellt.“ Das befürchten die Erzieherinnen, Eltern, Pfarrer Dück und der neue Ortsvorsteher Friedhelm Claus.

In den vergangenen Wochen waren 762 Unterschriften gesammelt worden, die von einer Abordnung ins Bebraer Rathaus gebracht worden sind. Die Unterzeichner unterstützen die Forderung, die Stadt möge den Bustransport weiterhin sicherstellen. Er soll im Sommer eingestellt werden, nachdem der Busunternehmer den Vertrag gekündigt hat. Die Bustransporte zu den städtischen Kindergärten waren schon im vergangenen Jahr aus Kostengründen von der Stadt eingestellt worden.

Den Bus nach Solz nutzen zurzeit 19 Kinder. Die Initiatoren der Unterschriftensammlung mit Elternbeirätin Tina Taube befürchten, dass ohne die Busverbindung die Zukunft des Kindergartens gefährdet sein könnte.

Die Eltern wären laut dem Text der Unterschriftensammlung auch bereit, sich mit 30 Euro (bisher 20 Euro) monatlich zu beteiligen, obwohl das für diejenigen mit zwei Buskindern angesichts der jüngst ebenfalls erhöhten Kindergartengebühr eine finanzielle Belastung darstellt. Für viele Eltern sei es ohne ein zweites Auto nicht möglich, die Kinder in die Einrichtung zu bringen, betonen Pfarrer Axel Dück und Leiterin Regina Dechentreiter. Zumal Solz nicht „auf dem Weg“ etwa nach Bebra liegt, so wie die Einrichtung in Weiterode. Die Solzer bitten um Unterstützung für den Kindergarten eines freien Trägers, statt andere Einrichtungen zu erweitern.

Bislang, so berichten Pfarrer Dück und Regina Dechentreiter, habe man in Solz auch während des Kindergartenjahres immer noch einen Platz anbieten können. Zum Team gehören neben der Leiterin vier Erzieherinnen: Alexandra Rettig, Ilse Noll, Petra Laube und Silke Clauder.

„Die Eltern hängen in der Luft“, sagt Ortsvorsteher Friedhelm Claus. Denn wer ab Sommer einen Platz für sein Kind benötigt, fragt nicht erst kurz vorher, wo der Nachwuchs betreut werden kann.

Der Ortsvorsteher sieht die Kita als eine Trumpfkarte für Solz, die junge Familien für das Dorf mit einer intakten Gemeinschaft und einem regen Vereinsleben interessant mache. „Dafür müssen wir kämpfen, auch wenn es Geld kostet“, sagt Claus.

Bürgermeister Uwe Hassl unterstützt das Anliegen und vor allen Dingen das bürgerliche Engagement, so erklärte er in einer Mitteilung. Auch er befürchtet im Falle des Wegfalls des Bustransports, dass zumindest auf Dauer der Bestand des kirchlichen Kindergartens in Solz gefährdet sein könnte.

Der Bustransfer der Kinder zur Kita Solz ist auch Thema der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag ab 19 Uhr im Rathaus in Bebra. Die Fraktion Gemeinsam für Bebra beantragt, bis auf weiteres die Kosten für die Kinder zu übernehmen, die nicht in Solz wohnen, wenn pro Kind von den Eltern mindestens 25 Euro übernommen werden.

Dem wolle sich auch die CDU-Fraktion anschließen, erklärt Friedhelm Claus. Er sieht das Problem, dass den Eltern der städtischen Kindergärten etwas weggenommen wurde, was nun in Solz nicht passieren soll. Man habe sich in der Fraktion intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, sagt Claus, der Ortsvorsteher in Solz und stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender ist. Die Fraktion legt einen Änderungsantrag vor, nach dem die Stadt bis längstens Sommer 2018 bis zu maximal 15.000 Euro jährlich übernehmen soll.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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