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Oldtimer-Schau bei Jahrestreffen der Borgward-Fans lockte Besucher nach Bebra

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Von: Susanne Kanngieser

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Klein aber oho: Nur 49 Mal wurde Norbert Hilkers knallroter Oldtimer gebaut – ein elegantes Lloyd Alexander Frua Coupé aus der Feder von Pietro Frua. Unser Foto zeigt ihm beim Treffen der Borgward-Fans in Bebra auf der Nürnberger Straße - Lloys gehörte ebenfalls zur Borgward-Gruppe.
Klein aber oho: Nur 49 Mal wurde Norbert Hilkers knallroter Oldtimer gebaut – ein elegantes Lloyd Alexander Frua Coupé aus der Feder von Pietro Frua. Unser Foto zeigt Hilkes beim Treffen der Borgward-Fans in Bebra auf der Nürnberger Straße. Lloyd gehörte ebenfalls zur Borgward-Gruppe. © Susanne Kanngieser

Oldtimer-Fans aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden sind am Wochenende mit ihren insgesamt 80 blitzblank polierten Fahrzeugen zum Borgward-Treffen nach Bebra gereist.

Bebra – Dort fand das 48. Internationale Jahrestreffen der Carl Friedrich Wilhelm Borgward Interessengemeinschaft statt. Das Symbol des Wirtschaftswunders lockte bei einer Schau viele Besucher und Liebhaber in die Biberstadt. Das freute Georg Reuss aus Solz ganz besonders. Denn der Oldtimer-Fan plante und organisierte mit seinem Freund Heinz-Georg Schumacher fast ein Jahr lang das traditionelle Clubtreffen, vermittelte Kontakte zwischen Stadtverwaltung und Stadtentwicklung und sorgte für ein ansprechendes Programm.

Er selbst hatte am Wochenende auch den ganzen Stolz der Unternehmerfamilie Reuss ausgestellt, einen Borgward-Lkw, Baujahr 1959. Mit dem begann die Erfolgsgeschichte Reuss. Es war das erste Nutzfahrzeug seines Vaters Hans Reuss. Sohn Georg suchte und fand einen entsprechenden Lkw bei Helmut Hoffmann in Oberhausen. Er kaufte ihn und hält das Fahrzeug seitdem in Erinnerung an seinen Vater in Ehren.

Stolz einer Unternehmerfamilie: Georg Reuss aus Solz mit seinem liebevoll gepflegten Borgward-Lastwagen, den er in Erinnerung an seinen Vater in Ehren hält.
Stolz einer Unternehmerfamilie: Georg Reuss aus Solz mit seinem liebevoll gepflegten Borgward-Lastwagen, den er in Erinnerung an seinen Vater in Ehren hält. © Susanne Kanngieser

Was macht den Borgward-Charme aus? „Es ist das Design und die Technik. Wer technisch interessiert ist, sollte Borgward fahren“, sagte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Hartmut Loges. Er kam am Freitag mit seinem Stellvertreter Werner Rosendahl in einer Isabella Limousine TS, Baujahr 1961, von Essen nach Bebra. „Wir sind nur auf der linken Spur gefahren“, schmunzelte Rosendahl. Die Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern haben die beiden nicht ausgereizt. „Man muss diese Autos schonen“, sagte er. Heißt: im Sommer fahren und genießen, im Winter und bei Regen gut verpacken.

Nachwuchssorgen bei den Borgward-Fans

Die Interessengemeinschaft mit weltweit 600 Mitgliedern hat Nachwuchssorgen. Das Durchschnittsalter der speziellen Oldtimer-Anhängerschaft liegt bei 65 Jahren. „Ganz klar“, meinte Norbert Hilker, der mit einer knallroten Lloyd Frua, Baujahr 1959, in Bebra Aufmerksamkeit auf sich zog. Seine Kinder interessierten sich heute mehr für Oldies wie Opel Manta, einen Mercedes 124 oder einen alten Passat.

Hilker selbst schafft es ohne Schuhlöffel in sein schnuckeliges Auto, das es auf 25 PS bringt. In seinen Garagen im Heimatort Lohne in westlichen Niedersachsen stehen auf einer Fläche von 1500 Quadratmeter insgesamt 45 Oldtimer, darunter 16 aus der Borgward-Gruppe. Was hat ihn angetrieben, den Weg nach Bebra auf sich zu nehmen? „Man muss ein bisschen verrückt sein. Und die Ehefrau muss mitspielen“, lachte Hilker.

Die Jahrestreffen der Borgward-Interessengemeinschaft seien immer eine Bereicherung für die Mitglieder, zumal sie während der Nostalgie-Wochenenden auch immer das ein oder andere neuwertige Ersatzteil-Schnäppchen ergattern können. „Die Atmosphäre in Bebra war außergewöhnlich gut. Sonnenschein, gute Gespräche, freundliche Begegnungen, gemeinsame Erinnerungen und viele interessierte Besucher – was will man mehr“, freuten sich Georg Reuss und Norbert Hilker.

Das älteste Fahrzeug im Bebra-Mekka der Oldtimer war ein dreirädriger Liefer- und Pritschenwagen von Goliath, Baujahr 1934. Die Marke gehörte, ebenso wie Lloyd, zur Borgward-Gruppe und war seit den 20er-Jahren erfolgreich mit Kleinlastwagen für Handwerk und Gewerbe. (Susanne Kanngieser)

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