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61-jähriger Bebraner für Verschicken von Kinderpornos bestraft

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Von: Mario Reymond

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Amtsgericht Bad Hersfeld
Am Amtsgericht Bad Hersfeld wurde gestern ein 61-Jähriger aus Bebra für das Verschicken von Kinderpornos verurteilt. © Eberth, Carolin

Ein 61-Jähriger aus Bebra ist wegen des Besitzes und des Verbreitens kinderpornografischer Fotos und Videodateien vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde von Richterin Christina Dern für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Hersfeld-Rotenburg – Richterin Christina Dern hatte es als erwiesen angesehen, dass der Mann zwischen November 2019 und Juni 2020 bei neun Aktionen 74 Dateien anderen Pädophilen zum Download bereit- oder aktiv zugestellt habe.

Während einer Hausdurchsuchung am 1. September 2020 waren in der Wohnung des Angeklagten ein Rechner, ein Notebook sowie drei Handys sichergestellt worden. Zudem rund 20 CDs mit den widerwärtigen Inhalten.

Der Bebraner, der beim Betrachten solcher Fotos keine Erregung verspüre, umriss sein Handeln mit Neugier. Jegliche pädophile Neigung wies er weit von sich. Allerdings ist er kein unbeschriebenes Blatt. So war er im März 2004 vor dem Amtsgericht Gießen wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Mit dem Mädchen, von dem er dachte, es sei bereits 17 Jahre alt, habe er sich damals über eine 0900-Hotline-Nummer verabredet.

Im August 2008 erging dann ein Strafbefehl des Amtsgerichts Wernigerode wegen des Besitzes von Kinderpornos gegen ihn.

Auch wenn er vor Gericht nicht offen über seine Neigungen sprechen mochte, hatte es doch den Anschein, als sei er über jede Hilfe dankbar. So habe ihm nach der Hausdurchsuchung seine Frau Halt gegeben. Sie kontrolliere nun immer wieder sein Handy. Außerdem habe sie ihn mehrfach aufgefordert, sich Hilfe zu suchen. Das möchte er nun in Angriff nehmen. Zu Beginn des kommenden Jahres wolle er sich in die Obhut eines Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie begeben. Einen Termin bei seinem Hausarzt, der ihm eine Überweisung ausstellen werde, habe er bereits.

Das Urteil haben sowohl der Angeklagte als auch Staatsanwältin Maier akzeptiert. Die Strafe wurde von Richterin Dern für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Weiterhin muss der Bebraner 600 Euro an das Frauenhaus in Bad Hersfeld zahlen.

Hinsichtlich seiner sexuellen Neigungen wird er sich ab sofort einmal im Monat bei einer Fachstelle, beispielsweise Pro Familia, zu Beratungsgesprächen einfinden müssen. Diese würden wegfallen, sollte er sich im neuen Jahr tatsächlich in eine Therapie begeben. (Mario Reymond)

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