Zahl der Synodalen wird reduziert

Pfarrerin bei Kreissynode in Bebra: „Sind mittendrin in der Frustration"

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Tagten erstmals gemeinsam in Bebra: Die Synoden der evangelischen Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg befassten sich mit der Satzung des neuen Kirchenkreises Hersfeld-Rote nburg und dem Pfarrstellenplan.

Die Synoden der evangelischen Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg haben dem neuen Pfarrstellenplan für den künftigen Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg zugestimmt.

Bebra – Auch wenn man sich sicher ist, dass man „nicht alleine“ geht, ist es nicht leicht, den richtigen Weg zu finden. Diese Erfahrung machten am Freitagabend 136 in der Aula der Beruflichen Schulen Bebra versammelte Mitglieder der Synoden der evangelischen Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg, die im Vorgriff auf die in neun Monaten wirksam werdende Fusion der beiden Kirchengebietskörperschaften erstmals gemeinsam tagten. Haupttagesordnungspunkte waren die Satzung des vereinigten Kirchenkreises Hersfeld-Rotenburg und der Pfarrstellenplan für die ersten gemeinsamen sechs Jahre bis Ende 2025.

Die zukünftig voraussichtlich geltende, einstimmig verabschiedete „Zentralvorschrift“ regelt vor allem, dass die Zahl der Synodalen aus Praktikabilitätsgründen von gegenwärtig 189 auf zukünftig maximal 123 Mitglieder reduziert wird. Gewählt werden nach einem von der Zahl der Gemeindemitglieder abhängigen Verfahren 35 geistliche Mitglieder (Pfarrer oder Pfarrerinnen) und doppelt so viele, also 70, nicht-geistliche Laienmitglieder (Kirchenvorsteher oder andere Gemeindemitglieder). Bis zu weitere 18 Mitglieder werden berufen oder gehören der Synode von Amts wegen an. Ausdrücklich vorgesehen ist, dass die Zahl der Synodalen entsprechend der Entwicklung des Kirchenkreises, dem Ende 2018 knapp 70000 Mitglieder angehörten, „nachgesteuert“ wird, wie Dr. Hofmann betonte.

Der Pfarrstellenplan

Schwerer als mit der Satzung (Präses Reinhard Kerst sprach von der „Bestellung des Aufgebots“) tat sich die Synode mit der Pfarrstellenplanung. Sie sieht den mit verschiedensten organisatorischen Änderungen einhergehenden Wegfall von sieben Gemeindepfarrstellen vor. Die Rotenburger Dekanin Gisela Strohriegl stellte angesichts der anstehenden Welle von Pfarrerpensionierungen und des sich deutlich abzeichnenden Mangels an nachwachsenden Pfarrern in den Raum: „Wir werden gar nicht so schnell Stellen kürzen können, wie wir keine neuen Pfarrer bekommen.“

Gleichwohl erhob sich vor allem aus den Reihen der Pfarrerschaft Widerspruch. Ute Bätzing (Bad Hersfeld) und Martin Arndt (Hohenroda) fragten nach der Verbindlichkeit. Andrea Koch (Wölfershausen) vermisste den „Plan B“ und kündigte Nicht-Zustimmung an. Ähnlich äußerte sich ihr Ehemann, Wilfried Marnach (Widdershausen), der als Personalvertreter auch den Aspekt der Berufszufriedenheit und das, was man Pfarrern, die „im Alter nicht mehr durch die Gegend laufen“ wollen, zumute, beklagte.

Die Rotenburger Dekanin Gisela Strohriegl und Pfarrer Dr. Thorsten Waap (Heringen)

Carsten Röhr (Bad Hersfeld) empfahl statt Abbau Ausschau nach neuen Ideen und Konzepten, die man auch mit weniger hauptamtlichem Personal umsetzen könne.

Marie-Therese Eckardt (Schenklengsfeld) regte eine Stärkung der Rolle der Diakone und mehr Freiraum für die Pfarrerschaft an. Thomas Funk (Haunetal) sprach von einem „Trauerprozess“, sah aber trotzdem keine Alternativen zum vorgelegten Plan, den Dekanin Strohriegl („Wir haben keinen Plan B“) als den bestmöglichen bezeichnete.

Svenja Koch (Alheim) stellte fest: „Wir sind mittendrin in der Frustration, bei der Belastung ist kein Ende der Fahnenstange in Sicht.“ Pfarrer Wolfgang Kallies, der landeskirchliche Geschäftsführer des Reformprozesses, sprach sich ebenfalls für Aufgabenabbau aus. Eine geheime Abstimmung wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt. Danach befürworteten die Kirchenparlamentarier allerdings den Ausschluss von Presse und weiterer Öffentlichkeit, um die geringfügig redaktionell geänderte Arbeitsgrundlage sodann mit 103 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen und 16 Enthaltungen abzusegnen.

Die Vertreterstellen

Knapp durchgefallen war vorher ein von Pfarrer Christoph Rode begründeter Antrag, der die Festschreibung einer vollen Vertretungsstelle für den neuen Kirchenkreis vorsah. Es blieb bei zwei gesplitteten halben Stellen, mit denen halbe Gemeindepfarrstellen zu ganzen aufgefüllt werden können.

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