Beschwingt und charmant

Salonorchester Weimar trat mit Tanzmusik und Chansons in Ellis Saal auf

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Stilsicher im Solo und im Team: Sänger Boris Raderschatt (links) und „Doctor“ Jürgen Schneider (Schlagwerk und Akkordeon).

Mit flotter Tanzmusik, kessen Chansons und immergrünen Schlagern begeisterte am Samstagabend das Salonorchester Weimar in Ellis Saal in Weiterode.

Um Liebesglück und Herzschmerz ging es in ihrem hinreißend arrangierten und temperamentvollen Programm „Willkommen im Schlagersalon“, das Stars und Sternchen der Ufa-Filme wieder lebendig werden ließ. Das siebenköpfige Ensemble präsentierte die goldene Ära des Tonfilms mit frühlingshafter Leichtigkeit, beschwingt, charmant und auch ein wenig selbstironisch. Komö- diantische Zwischentöne und schmachtende Melodien sind die Zutaten der unterhaltenden Salonmusik, und die beherrschten die Musikerinnen und Musiker perfekt.

Allen voran Sänger und Conférencier Boris Raderschatt. Verführerisch gab er sich bei Zarah Leanders „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ und mit „Jawoll, meine Herrn“ war er als Heinz Rühmann-Imitator einfach umwerfend. Immer wieder bezog er das Publikum mit ein, so zum Beispiel Zuschauerin Heidi, die beim Lied „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?“ eine Schlafmaske aufsetzen und diese Frage wahrheitsgemäß beantworten musste.

Das Rhythmus-Percussion-Schüttel-Ei zum Lied „Deine Liebe ist zuckersüß“ bekam Christoph in der ersten Reihe. Füße wippten mit, und Finger trommelten im Rhythmus. Es wurde mitgesungen („Oh Donna Clara“), und ein Paar wagte ein schwungvolles Tänzchen. Das Salonorchester Weimar war ausgestattet mit Violinen (Kristin Deeken und Franziska Frolik), Klarinette und Saxofon (Klaus Wegener), Schlagwerk („Doctor“ Jürgen Schneider), Klavier (Stefan Rauschelbach) und Kontrabass (Martin Lentz). Sie interpretierten mit viel Spielwitz und musikalisch auf sehr hohem Niveau die allseits bekannten Evergreens, beschwingte Walzer, Swing, Rumba und Standards.

Der sehnsuchtsvolle Klang der Violinen und der instrumentale Gleichklang gelangen souverän. Es war ein ausgewogener Cocktail aus temperamentgeladenem Zusammenspiel und eine nie verebbende Intensität der erlesenen Mischung aus Charme und Melancholie. Man musste sie einfach lieben, diese Kapelle, die Melodien wie Champagner perlen ließen. Stimmgewaltig zeigten sich die Herren des Ensembles beim fein interpretierten A-capella-Intermezzo „O Donna Clara“.

„Bruchstück Fünf – Ein Versuch über Bebra“ nannten die Musiker ein atonal anmutendes „Auftragswerk“, das vom Salonorchester eigens für Bebra geschrieben wurde. Der Text: Eisenbahn-Knotenpunkt. Zwei Zugaben forderte das Publikum für diese originalen und originellen Arrangements. Das Salonorchester Weimar verabschiedete sich nach über zwei Stunden mit dem Udo Jürgens-Hit „Vielen Dank für die Blumen“.

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