Wildschweine bedrohen Gräber in Bebra

Bis an den Friedhof sind die Wildschweine schon gekommen: Nur ein kleines Stück des Areals ist eingezäunt. Ganz rechts und in der Bildmitte erkennt man auch hier das umgegrabene Gras. Fotos:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Zehn bis 20 Wildschweine sind in Bebra bis an den Friedhof vorgedrungen. Nun wird befürchtet, dass sich die Tiere an den Gräbern zu schaffen machen.

Am Bebraer Friedhof liegt offenbar einiges im Argen. Wege sind nicht mehr in Ordnung, individuelle Musik bei Beerdigungen ein Problem. Die größte Sorge könnten allerdings Wildschweine werden. Sie ziehen vom Naturschutzgebiet Richtung Stadt, graben auf ihrem Weg die Grasnarben um und sind inzwischen bis zum Friedhof vorgedrungen - wenige Meter entfernt von den ersten Gräbern.

Klaus Reifschneider (FWG) hat auf das Problem aufmerksam gemacht. Er schätzt die Wildschweinrotte auf 10 bis 20 Tiere und weist darauf hin, dass es nicht nur um den Grabschmuck gehe, wenn eine Ruhestätte umgegraben werde. Hier könnten Gefühle tief verletzt werden.

Klaus Reifschneider zeigt die gewendeten Grassoden auf der Wiese am Abzweig Bebra-Nord der Bundesstraße 27.

Per Dringlichkeitsantrag der FWG gelangte die Angelegenheit auf die Tagesordnung der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Einstimmig bei drei Enthaltungen bittet man nun den Bürgermeister als Vorsitzenden der Friedhofskommission, die selbige einzuladen. Das hatte Uwe Hassl schon vor der Abstimmung zugesichert. Das Friedhofsgremium soll sich mit dem Thema befassen, da es ohne Gegenmaßnahmen nur eine Frage der Zeit ist, bis die Wildschweine auf den nicht durch einen Zaun oder eine Mauer geschützten Friedhof dringen. „Schäden, insbesondere ideeller Art, wären dann nicht mehr abschätzbar“, hatte Reifschneider formuliert. Das Parlament möchte auch geprüft wissen, ob das Einspielen mitgebrachter Musik in der Aussegnungshalle ermöglicht werden sollte. Vor der Abstimmung hatte Michael Gauler (CDU) darauf hingewiesen, dass Wildschäden auf Friedhöfen nicht ersatzpflichtig seien.

Die Verantwortlichen müssten den Schwarzwildbestand Richtung Naturschutzgebiet deutlich reduzieren. Jagden seien dieses Jahr noch geplant, erklärte Thorsten Bloß (CDU) und bestätigte, es seien dort in der Tat viele Sauen und auch der Luchs gesehen worden. Es gebe aber keine wilddichten Zäune, möglicherweise käme ein Elektrozaun infrage. Bürgermeister Hassl, sagte, er wisse erst seit wenigen Tagen von einer defekten Lautsprecheranlage in der Aussegnungshalle. Hier müsste dringend etwas getan werden, auch die Wege hätten Mängel, und um das Problem mit den Wildschweinen müsse man sich kümmern. Außerdem seien Urnenmauern angeregt worden. Alle Punkte werde er auf die Tagesordnung der Friedhofskommission setzen und diese einladen.

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