Schneider-Rose: "Keine Verschwörung - Bürgermeister müssten Kompromisse suchen"

G. Schneider-Rose

Bebra. Wenn im größeren Umfang Bäume ohne Wissen von Stadtverordnetenversammlung oder Magistrat gefällt würden, sehe man sich in der Pflicht, nachzuhaken, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende, Gerhard Schneider-Rose.

Mit dem einstimmig gefassten Stadtverordnetenbeschluss sei sichergestellt, dass Magistrat und Ortsbeiräte eingebunden werden müssen. Dem Bürgermeister werde bei Gefahr für Menschen schnelles Handeln eingeräumt.

Mit seinem Widerspruch wolle der Bürgermeister aber eigenständiges Handeln auch bei drohenden Sachschäden erhalten. Dies werde die SPD ablehnen, denn die Lösung sei nicht immer das Fällen des Baumes. Der Bürgermeister liste - so Schneider-Rose - Probleme auf, wie fehlenden regelmäßigen Rückschnitt oder falsche Sorten. „Warum erarbeitet er nicht gemeinsam mit der Bauhofleitung eine Vorlage für Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, in der er Lösungsvorschläge unterbreitet?, fragt Scheider-Rose. Vieles sei denkbar: Etwa ein Entwicklungsplan für städtisches Grün, nach dem langfristig Bäume ausgetauscht werden, vielleicht auch eine Reduzierung des Bestands auf ein beherrschbares Maß. Auch ein Pflegeplan sei sinnvoll, über eine Vergabe an Fachfirmen oder eine Kooperation mit den ZuBRA-Gemeinden könne man reden. „Die ungünstigste Lösung sind Fällarbeiten, ohne sich dafür politische Rückendeckung zu holen.“

Das „Miteinander reden“ sei leider zwischen Bürgermeister und Parlament bisher schwierig. Das liege nicht an einer Verschwörung der Parteien gegen den Bürgermeister. Man konkurriere vielmehr um Stimmen. „Wie sollen wir denn davon profitieren, wenn wir uns gegen den Bürgermeister, der gar nicht zu Wahl steht, verbünden?“, fragt Schneider-Rose.

Erfolg habe man, wenn man Bedenken ernst nehme, entkräfte oder in den Lösungsvorschlag einbaue. Wer jeden Einwand als fundamentale Kritik an der eigenen Person auffasse und seine Ideen lieber zurückziehe, statt um Kompromisse zu ringen, der werde ohne Mehrheiten hinter sich nichts durchsetzen.

„Ein neutraler Bürgermeister ist für eine Stadt wie Bebra ohne politische Mehrheiten ein Gewinn, wenn er geschickt moderiert und sondiert, um eine gemeinsame Basis zu finden, und wenn er es schafft, seine Neutralität zu wahren“, so der SPD-Vertreter. Gerne könne er für eigene Ideen kämpfen.

„Leider haben wir bisher nicht erlebt, dass Uwe Hassl dies gut kann. Die Hoffnung haben wir noch nicht aufgegeben. Wenn uns ein Moderator helfen kann, wie Dieter Gothe in einem Leserbrief vorgeschlagen hat: Wir werden gern mit ihm zusammen arbeiten“, sagt Schneider-Rose.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.