Schorsch Almeroth hört auf: Ortsvorsteher von Weiterode tritt zurück

Rücktritt: Georg Almeroth in seinem Büro. Wer immer etwas von ihm wollte, traf ihn allerdings am ehesten in seinem Garten an. Foto:  nh

Weiterode. In Bebras größtem Ortsteil Weiterode steht zum Jahreswechsel auch ein Generationenwechsel an.

Georg Almeroth, der seit 2001 Ortsvorsteher von Weiterode ist, gibt sein Amt und sein Mandat im Ortsbeirat auf. Gesundheitliche Gründe veranlassen den 78-Jährigen dazu, nicht bis zum Ende der laufenden Wahlperiode im Frühjahr 2016 zu warten. „Bei der nächsten Wahl sollte ohnehin Schluss sein“, erklärte Georg Almeroth, der auf eine Verjüngung im Ortsgremium setzt.

Mit dem Rücktritt des Ortsvorstehers verliert Weiterode fast eine Institution. Almeroth engagiert sich seit Jahrzehnten in der Kommunalpolitik, neben seiner Arbeit in seinem Heimatort war er auch lange Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Bebra. Die aktive Mitgliedschaft in mehreren Weiteröder Vereinen gehörte für ihn ebenso zum Alltag wie die Tätigkeit im Vorstand der Kirchengemeinde.

Georg Almeroth hat in den fast eineinhalb Jahrzehnten als Ortsvorsteher manches erlebt. Das herausragende Ereignis war dabei sicher die 950-Jahr-Feier Weiterodes im Jahr 2007, an deren Organisation er im Festausschuss maßgeblich beteiligt war. Tausende von Besuchern hatten damals mit den Weiterödern ein mehrtägiges Fest voller Höhepunkte gefeiert.

Keine Langeweile 

Langweilig wird es einem Ortsvorsteher nie. Er ist Ansprechpartner, wann immer es irgendwo im Dorf klemmt. Das Feld der Themen reicht von reparaturbedürftigen Straßen über die Pflege von Spielplätzen und Grünflächen bis zum Hochwasserschutz. Stets muss der erste Mann im Dorf moderieren, mit den städtischen Gremien und der Verwaltung allerlei klären und gelegentlich auch mal Druck machen, um etwas zu bewirken. Georg Almeroth bekennt offen, dass ihm diese Aufgaben auch fehlen werden.

Wenn die Bürger den Schorsch, wie er genannt wird, erreichen wollten, war dies speziell im Frühling und Sommer recht einfach. Wer braucht schon starre Sprechzeiten, wenn man den gartenbegeisterten Ortsvorsteher bei der Pflege von Beeten, Rasen und Blumen antreffen kann? Der Hof und der Garten bei Almeroths daheim waren immer Anlaufstelle für die kleinen und größeren Sorgen der Weiteröder. Diese Institution wird fehlen.

Hinter einem guten Ortsvorsteher steht aber immer auch eine starke Frau. Das weiß auch Georg Almeroth, der bei Ehefrau Luise stets Verständnis und Unterstützung für sein ehrenamtliches, aber zeitintensives Engagement fand. Er ist ihr dafür dankbar und freut sich natürlich jetzt auch auf mehr gemeinsame Zeit. Und außerdem ist Georg Almeroth ja auch ohne offizielles Amt weiterhin fest in Weiterode verwurzelt. Das, was ihm immer das Wichtigste war, wird bleiben: der enge Kontakt zu den Menschen in seiner Heimat, das Gespräch, der Austausch und das Dabeisein. „Die Ortsbeiratskollegen und wohl auch alle Weiteröder wünschen ihm dazu alles Gute und noch viele Jahre bei möglichst guter Gesundheit“, heißt es vonseiten des Ortsbeirats.

Der neue Ortsvorsteher soll am 14. Januar 2015 gewählt werden. Georg Almeroths Stellvertreter Thomas Gerlach hat für diesen Abend das Gremium eingeladen, um gemeinsam über die Zukunft zu entscheiden. (red)

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