Renovieren per App

Mit dieser Idee gehören vier Schüler aus Bebra zu den Top 10 in Deutschland

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Hinter einem erfolgreichen Mann stehen drei starke Frauen : Hannah Röse, Leah Koch, Nick Wirth und Annalena Lorenz haben eine App entwickelt, die das Renovieren erleichtern soll.

Sie bringen den Baumarkt ins Wohnzimmer: Schüler aus Bebra haben eine Idee zu einer App, die das Renovieren künftig erleichtern soll. Damit sind sie nun im Finale des "Jugend gründet"-Wettbewerbs.

Mit dem Smartphone renovieren? Das könnte bald kein Problem mehr sein, denn vier Schüler der Beruflichen Schulen Bebra haben eine App dafür entwickelt. Dadurch haben sie sich für das Finale des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend gründet“ qualifiziert. Sie sind nun unter den zehn besten von insgesamt 739 Teams.

Die App gibt es bisher nur als Prototyp

„Smart Room Outfitter“ heißt die App, die es bisher nur als Prototyp gibt. „Sie soll das Renovieren erleichtern“, sagt Leah Koch, die Teil des vierköpfigen Unternehmerteams ist. Die 18-jährige Ronshäuserin kümmert sich um die Finanzen des Projekts. Auch ihre Kollegen haben ihre Aufgaben: Hannah Röse (18) aus Bebra ist für die Unternehmenskommunikation zuständig. Nick Wirth (17) aus Wildeck-Richelsdorf koordiniert die App-Programmierung. Annalena Lorenz (18) aus Ronshausen ist für das Marketing verantwortlich.

So soll die App funktionieren

Und so funktioniert es: Braucht eine Wand etwa eine neue Tapete, werden mit dem Smartphone zunächst automatisch die Maße eingescannt. Diese erscheinen auf dem Handydisplay, zusammen mit Tapetenmotiven und der Anzahl an Rollen, die gebraucht werden. Auch der jeweilige Preis wird angezeigt. Als i-Tüpfelchen werden weitere Utensilien vorgeschlagen, die zum Tapezieren gebraucht werden. Mit einem Klick wird alles direkt reserviert. „Am Baumarkt steht die Ware dann schon fertig bereit und muss nur noch abgeholt und bezahlt werden“, sagt Leah Koch.

Seit fast einem Jahr arbeiten die Schüler nun schon an dieser Geschäftsidee. Sie ist im Fach Unternehmensgründung und Projektplanung in der Schule entstanden. „Das ist eine unglaubliche Idee, die großes Potenzial hat, denn Baumärkte haben die Digitalisierung verpasst“, sagt Lehrer Frank Wagner, der die Schüler bei ihrem Projekt unterstützt. Nur fünf bis sieben Prozent Umsatz von insgesamt 18 Milliarden Euro machten Baumärkte online.

Die Schüler machen 1. Platz im Halbfinale von "Jugend gründet"

Zwei bis drei Mal pro Woche treffen sich die Jugendlichen, um die Idee voranzubringen. „Das war nicht immer einfach, weil wir nebenbei auch unser Fachabi geschrieben haben“, sagt Leah Koch. Als die Schüler dann aber im März den ersten Platz im Halbfinale in Leipzig belegten, hat sie das Wettbewerbsfieber gepackt. 

Jetzt wollen sie auch im Finale überzeugen. Sie hoffen, dass sich dadurch Sponsoren finden, damit ihre Idee in die Tat umgesetzt werden kann. 

„Es ist schön, dass Jugendliche durch den Wettbewerb die Chance haben, wirklich etwas zu erreichen“, findet Annalena Lorenz.

Ein großer Baumarkt habe bereits Interesse an der App gezeigt, berichten die Jugendlichen. Die ersten Kundengespräche laufen.

„Unsere Idee ist eine Lösung für ein echtes Problem“, sagt Nick Wirth. Er ist der einzige Mann im Team. Es lasse sich mit seinen Partnerinnen aber ganz gut aushalten, sagt er mit einem Augenzwinkern: „Die Mädels sind pflegeleicht.“

Die Jugendlichen sind sehr stolz auf ihre Leistung. „Das hat alles spielerisch angefangen und jetzt wird es so greifbar und real“, sagt Hannah Röse.

Zum Finale geht es nach Stuttgart

Für das Finale des Wettbewerbs geht es am Montag, 24. Juni, nach Stuttgart. Im Porschezentrum werden sie ihre Geschäftsidee der Jury von „Jugend gründet“ vorstellen, die aus erfahrenen Unternehmern besteht, etwa von Volkswagen. Das Siegerteam gewinnt eine Reise in die USA ins Silicon Valley.

Unternehmergeist seit 2003

„Jugend gründet“ ist ein bundesweiter Businessplan- und Planspiel-Wettbewerb für Schüler und Auszubildende. Er wurde 2003 ins Leben gerufen. 

Seitdem wird er vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Steinbeis-Innovationszentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim umgesetzt. 2003 machten 2783 Teilnehmer mit. 2018 ist die Zahl auf 4168 Teilnehmer gestiegen, die 718 Businesspläne eingereicht haben.

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