Schule fängt wieder an

Schulamtsbezirk Bebra: Die meisten Eltern wollen Abi fürs Kind

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Mit einem Neuen im Team: Dirk Beulshausen, links, folgt im Staatlichen Schulamt auf den pensionierten Gerhard Finke und ist als Aufsichtsbeamter auch zuständig für Berufliche Schulen. In der Mitte Amtsleiterin Anita Hofmann, neben ihr der stellvertretende Amtsleiter Jürgen Krompholz.

Zum neuen Schuljahr gibt es 100 mehr Erstklässler im Schulamtsbezirk Bebra als im Vorjahr. Und  die meisten Kinder sollen nach der Grundschule den Weg in Richtung Abi einschlagen. 

Die Zahl der Erstklässler im Schulamtsbezirk Bebra, zu dem der Kreis Hersfeld- Rotenburg und der Werra-Meißner-Kreis gehören, steigt gegenüber dem Vorjahr auf nun 1750 an.

Das berichtete das Leitungsteam des Schulamts, Anita Hofmann, Jürgen Krompholz und Dirk Beulshausen am Freitag bei einer Pressekonferenz zum Start in das neue Schuljahr.

Zahl der Erstklässler sinkt

1000 Kinder werden im Kreis Hersfeld-Rotenburg eingeschult, 750 sind es im Nachbarkreis. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg besuchen 4117 Mädchen und Jungen die Grundschulen, im Werra-Meißner-Kreis sind es insgesamt 3144. Allerdings geht die Gesamtzahl der Schüler in beiden Landkreisen weiter zurück. 

Die Zahl ist erträglich, schrumpft für beide Kreise um 75. Der demografische Wandel spiele dabei ebenso eine Rolle wie der Rückgang der Zahl von Kindern, die eine andere Herkunftssprache haben, etwa Flüchtlingen, sagte Dirk Beulshausen.

Rückgang bei Intensivklassen

Dieser Rückgang schlägt sich auch bei der Anzahl von Intensivklassen nieder, in denen Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gesondert gefördert werden, bis sie sprachlich dem Regelunterricht folgen können. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg von 144 auf 107, im Werra-Meißner-Kreis von 191 auf 143. 

Trend zur gymnasialen Bildung hält an

Der Trend zur gymnasialen Bildung hält unverändert an: 60 Prozent der Grundschüler werden für gymnasiale Eingangsklassen angemeldet. „Die Eltern wollen den bestmöglichen Abschluss für ihre Kinder“, sagt der stellvertretende Amtsleiter Jürgen Krompholz. Das sei zwar verständlich, aber der Weg dazu nicht immer im Sinne der Kinder. Häufig sei es besser, im Realschulzweig zu beginnen und sich dann in Richtung Abitur zu entwickeln. „Das Bildungssystem ist so durchlässig, dass man über viele Wege zu einem höheren Abschluss und zu einer beruflichen Karriere kommen kann“, ergänzt Dirk Beulshausen. Im neuen Schuljahr werden auch neue Wege zum Beruf betreten.

Unterrichtsabdeckung gesichert

69 Neueinstellungen und Einversetzungen von Lehrkräften haben knapp dazu geführt, dass wenigstens die durch Ruhestand (59), Kündigungen und Versetzungen ausscheidenden Kräfte ersetzt werden. Allerdings, so heißt es im Schulamt, seien dazu große Kraftanstrengungen nötig gewesen. Der Grundunterricht sei somit abgedeckt. Dennoch: Sorgenkinder bleiben Grund- und Förderschulen, es herrscht weiterhin Mangel in diesen Schulformen.

Berufsplanung soll früher starten

Die Berufsplanung für Schülerinnen und Schüler soll ab dem kommenden Schuljahr früher einsetzen und – dem Namen nach – auch länger andauern. Geplant ist die Einführung der „Lebensbegleitenden Berufsberatung (LBB)“. 

Diese Idee in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit stellte der stellvertretende Schulamtsleiter Jürgen Krompholz am Freitag während der jährlichen Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn vor. Flächendeckend soll demnach ein wöchentliches Angebot für Schüler und Eltern in der 8. Klasse (auch Gymnasialzweig) geben, um schon frühzeitig die Möglichkeiten der beruflichen Bildung zu vermitteln. In den Klassen 9 bis 13 soll es über die Schuljahre verteilt vier doppelstündige Berufsberatungen geben.

Ziel: Kein Schüler soll verloren gehen

Das Ziel des Ganzen: Frühere und intensivere Berufsorientierung soll dazu beitragen, dass kein Schüler „verloren“ geht, also Ausbildung oder Studium aufgrund einer falschen Wahl vorzeitig abbricht. Eltern sollen deshalb miteinbezogen werden, weil sie aufgrund der zunehmend differenzierten Berufsbilder nicht mehr so beraten können wie ehedem. Etwa 6300 Jugendliche besuchen die Beruflichen Schulen im Schulamtsbezirk, rund 3900 von ihnen in der klassischen dualen Ausbildung, berichtet Dirk Beulshausen, der für die Beruflichen Schulen zuständige Aufsichtsbeamte. Es gibt dort immer mehr Fachrichtungen. 

Erneut ist das Betreuungsangebot an den Schulen gestiegen

An 71 von 77 Schulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg und dem Werra-Meißner-Kreis gibt es solche Angebote. Der „Pakt für den Nachmittag“ stieg im Kreis Hersfeld-Rotenburg auf 17 Schulen, im Werra-Meißner-Kreis auf 14. Der Pakt ermöglicht Grundschulen ein Betreuungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr. 

Die Schülerschaft hat sich in den vergangenen Jahren verändert, darauf wurde in Hessen im vergangenen Jahr mit der Einführung der unterrichtsbegleitenden Unterstützung durch sozialpädagogische Fachkräfte (UBUS) reagiert. 31 Stellen wurden vom Land für den Schulamtsbezirk geschaffen, die im Unterricht als Begleitung an 48 Schulen eingesetzt werden sollen. 

An fünf Schulen sind die Stellen noch nicht besetzt, berichtete Schulamtsleiterin Anita Hofmann, die Verfahren dazu liefen aber. Die eigentlich raren Fachkräfte konnten auch deshalb gefunden werden, weil sie im Flüchtlingsbereich nicht mehr benötigt wurden.

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