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Simon & Garfunkel Revival Band Quattro traf mitten ins Herz

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Von: Susanne Kanngieser

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Magische Musik-Momente mit ihrer Live-Performance schafften die Frontmänner Michael Frank (rechts als Paul Simon) und Guido Reuter.
Magische Musik-Momente mit ihrer Live-Performance schafften die Frontmänner Michael Frank (rechts als Paul Simon) und Guido Reuter. © Susanne Kanngieser

Ihr Ziel war das Herz. Und sie traf mittenrein. Die Simon & Garfunkel Revival Band aus Erfurt entführte das Publikum am Freitagabend im Lokschuppen in Bebra auf eine musikalische Zeitreise durch die Welt der mehrfachen Grammy-Gewinner.

Bebra – Ein über zweistündiges Konzerterlebnis, prall gefüllt mit unvergänglichen und unvergessenen Klangperlen wie „Scarborough Fair“, „I am a Rock“, „Homeward Bound“, dem flotten Folkrock-Song „Cecilia“, „Hazy Shade of Winter“, „Bright Eyes“, „50 Ways to leave your Lover“ oder dem genialen Lied über „Mrs. Robinson“, das immer mit einer gewissen Sentimentalität an den jungen Benjamin Braddock (alias Dustin Hoffman) im Film „Die Reifeprüfung“ erinnert.

Große Songs, die für Millionen von Menschen zur Tonspur ihres Lebens wurden – der Soundtrack einer ganzen Generation. Frontmann, Sänger und Gitarrist Michael Frank (seine Stimmlage ist sanft-sonor, authentischer geht nur Paul Simon selbst) und Guido Reuter (ein Art Garfunkel mit viel musikalischem Mumm) brachten diese charakteristische Klangfülle des US-amerikanischen Duos mit zweistimmigem Harmoniegesang spielend leicht auf den Punkt. Das Publikum im Lokschuppen ging von der ersten Minute an mit, Füße wippten, Hände klatschten, und das „Lalalei“ beim Boxer-Song kam wie selbstverständlich von den Lippen.

Seiltanz aus vollendetem Cover und eigener Interpretation authentisch

Die Stärke von Simon & Garfunkel liegt in ihren Kompositionen selbst, in den eingängigen Texten und Melodien. Attribute, die hier keinesfalls mit Oberflächlichkeit zu verwechseln sind, sondern die Werke adeln und ihnen eine Zeitlosigkeit verleihen. Es ist die filigrane Schlichtheit, der viele Songs ihre leisen Stimmungen verdanken, besonders getragen durch den zweistimmigen Gesang und das Gitarrenspiel. In ihrer Live-Performance schaffte die Revival Band den .

Es waren Multi-Instrumentalisten am Werk: Mit Guido Reuter, der neben seinem Garfunkel-Part auch mit Violine, Flöten und Keyboard Qualitäten aufwies, lieferten Ingo Kaiser (Drums) und Sebastian Fritzlar (Keyboard, Ukulele, Gitarre, Bass) besonders beim brasilianisch inspirierten Song aus dem Album „Rhythm of the Saints“ eine Fülle klanglicher Optionen – ihr solistisches Zusammenspiel blieb bis zum Schluss äußerst differenziert, steigerungsfähig und transparent. Sie lieferten sich einen musikalischen Schlagabtausch. Der Sound der Simon & Garfunkel Revival-Band war glasklar. Alle Nuancen und Details waren hörbar. Die Band spielte genauso präzise und dynamisch, wie es den Songs ansteht.

Es gab magische Momente im Lokschuppen, zum Beispiel, als das Publikum in den Refrain von „Bridge over troubled water“ einstimmte oder gegen Ende des Konzerts, als bei dem unvermeidlichen „Sound of Silence“ die großen nostalgischen Gefühle aufkamen. Zufrieden waren die Gesichter der Musiker, beglückt das Publikum, das sich mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen bedankte. (Susanne Kanngieser)

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