Schneller Test ohne Schlangestehen

So funktioniert das Corona-Testzentrum im Kesselhaus in Bebra

Per Einbahnstraße durchs Kesselhaus: Die Kunden sollen sich im Bebraer Corona-Testzentrum möglichst kurz aufhalten und nicht begegnen. Unser Foto zeigt Betreiber Michael Heise mit gezückten Wattestäbchen unter den Pavillons mit den Test-Tischen.
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Per Einbahnstraße durchs Kesselhaus: Die Kunden sollen sich im Bebraer Corona-Testzentrum möglichst kurz aufhalten und nicht begegnen. Unser Foto zeigt Betreiber Michael Heise mit gezückten Wattestäbchen unter den Pavillons mit den Test-Tischen.

Seit Donnerstag hat das Zentrum nun geöffnet.

Bebra – Seit gut zwei Wochen wird das Testzentrum im Kesselhaus in Bebra geplant – also bereits, bevor endgültig feststand, dass jeder Anspruch auf einen kostenlosen wöchentlichen Corona-Schnelltest hat. Seit Donnerstag hat das Zentrum nun geöffnet. Betreiber ist die Elch-Apotheke, Unterstützung kommt vom DRK-Kreisverband Rotenburg und der Stadt Bebra.

Wer sich am Bahnhof der Eisenbahnerstadt testen lassen will, muss etwa zehn Minuten Zeit, seinen Personalausweis und die Terminbestätigung mitbringen – ohne vorherige Anmeldung im Internet werden keine Tests vorgenommen. „Wir wollen die Aufenthaltsdauer so gering wie möglich halten und verhindern, dass sich Schlangen bilden“, sagt Michael Heise von der Elch-Apotheke. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern und bis zu sechs Helfern vom Roten Kreuz will er zunächst 36 Termine pro Test-Tag vergeben. Haben sich die Abläufe erst einmal eingespielt, sollen im Kesselhaus bis zu 40 Tests pro Stunde möglich sein. Derzeit sind dort zwei Testtische aufgebaut – Platz für drei wäre da.

„Die weitere Entwicklung ist auch ganz stark von politischen Entscheidungen abhängig“, sagt Heise. Es sei die Frage, wofür Schnelltests künftig möglicherweise gebraucht werden. Ein Beispiel ist Potsdam: In der brandenburgischen Landeshauptstadt sollen Termin-Shopping und Museumsbesuche bald nur noch mit negativem Ergebnis möglich sein.

Getestet wird im Kesselhaus mit einem „sanften Nasenabstrich“ – also mit einem Wattestäbchen im vorderen Nasenraum. Ist das bei einem zu Testenden etwa wegen anatomischen Besonderheiten nicht möglich, sei notfalls auch ein Abstrich im Rachenraum möglich, sagt Heise. Die Mitarbeiter des DRK wurden extra vom Bebraer Mediziner Dr. Markus Kroker geschult. Das Ergebnis der Tests liegt nach einer halben Stunde vor und wird ausschließlich per E-Mail versandt. Auch so sollen Menschenansammlungen im und am Kesselhaus verhindert werden. Zudem gilt eine generelle Maskenpflicht.

„In unserer Apotheke hätten wir weder die räumlichen Voraussetzungen noch die personellen Kapazitäten“, sagt Testzentrum-Betreiber Heise, der daher dankbar für die Unterstützung von DRK und Stadt ist, die die Räumlichkeiten stellt. Unterstützt werden Corona-Schnelltests auch vom Bund, der das Material erstattet (derzeit 9 Euro, ab April 6 Euro) und für den Aufwand entschädigt (12 Euro pro Test).

„Jetzt hoffen wir, dass so viele Menschen wie möglich kommen“, appelliert Heise. Der Apotheker warnt aber auch: „Ein negativer Test ist keineswegs ein Freifahrtschein.“ (Clemens Herwig)

Anmeldung zum kostenlosen Corona-Schnelltest im Internet unter apo-schnelltest.de/elch-apotheke-bebra. Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 17 bis 20 Uhr, Samstag 13 bis 16 Uhr.

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