Pfad der Bäume des Jahres

Aktion der Solzer Naturschützer: Visitenkarte für Kirschi und Co

+
Der Anfang ist gemacht: Alexandra Rettig und Dieter Gothe mit den ersten Schildern auf dem Solzer Festplatz. 

In Solz soll ein Pfad der Bäume des Jahres entstehen. Erste Info-Schilder stehen schon. 32 sind zunächst geplant.

Die Wurzeln der Idee reichen tief, jetzt stecken die ersten Ergebnisse den Kopf aus der Erde: Mit einem „Pfad der Bäume des Jahres“ wollen der Naturschutzbund (Nabu) und die Solzer Füchse den Ortskern und die umliegenden Quincunx-Wanderwege verschönern. Geplant sind zunächst 32 wetterfeste Informationsschilder, jedes beschreibt einen Baum des Jahres, die seit 1989 gewählt werden.

Anfang März wurden die ersten vier dieser Baum-Visitenkarten am Festplatz aufgestellt. Dann kam das Virus. „Das war unsere letzte Aktion vor der Krise. Wir sind vor Corona gestartet und nach Corona geht es weiter“, sagt Dieter Gothe vom Solzer Nabu über den erzwungenen Stopp durch die Pandemie. Es ist nicht der erste beim Projekt. „Die Idee gibt es schon lange“, sagt Gothe, „es ist aber immer wieder etwas dazwischengekommen.“

Seit Ende der 90er-Jahre stöbert die Kinder- und Jugendgruppe Solzer Füchse an markanten Orten in und um Solz Bäume des Jahres auf – oder pflanzt sie kurzerhand neu, sagt Leiterin Alexandra Rettig. Viele davon liegen entlang der Quincunx-Wanderwege. Besonders prächtig gewachsene Exemplare sollen nun Teil des Pfads der Jahresbäume werden und eine Infotafel bekommen. Zu diesen Prachtexemplaren gehört auch der Solzer Jubiläumsbaum. Zur 1050-Jahrfeier vor zehn Jahren war die Wildkirsche Baum des Jahres. Die Füchse pflanzten einen Sprössling an Hegeküppel und tauften ihn liebevoll „Kirschi“ – mittlerweile ist er gute fünf Meter hoch.

Hat schon mal vorgearbeitet: Reinhard Laudemann stellt in seiner Werkstatt die Aufsteller für die Infotafeln her. Bis 2028 ist der Pfad der Bäume bereits versorgt.

Die Informationstafeln selbst werden bei der Firma Natur im Bild in Rosdorf bei Göttingen bestellt (Stückpreis: rund 35 Euro). Für die wind- und wetterfeste Verpackung sorgt Nabu-Mitglied Reinhard Laudemann. „Ich arbeite gern mit Holz, also ist die Aufgabe automatisch bei mir gelandet“, sagt der 69-Jährige. Gut 40 Aufsteller aus Lärchenholz hat der Solzer mittlerweile in seiner Werkstatt vorproduziert. Das Holz bestellt er beim Schreiner, dann wird geschnitten, gehobelt, geleimt und lackiert, bis Laudemann zufrieden ist. Gut drei Stunden braucht er pro Aufsteller.

40 Schilder kosten den Nabu rund 1200 Euro, schätzt Dieter Gothe. Zudem soll eine große Infotafel im Dorfzentrum auf den Pfad hinweisen. Kostenfaktor: etwa 300 Euro. Sponsoren seien daher willkommen, außerdem hofft Gothe auf eine öffentliche Förderung. Am heutigen Samstag – übrigens der Internationale Tag des Baumes – soll der Baum des Jahres 2020 gepflanzt werden: die Gewöhnliche Robinie. Sie fühlt sich an trockenen Orten wie Bahndämmen wohl und ist eine Seltenheit in Solz.

Hintergrund

Feste Kriterien für den Baum des Jahres gibt es nicht: Die Wahl soll Aufmerksamkeit wecken und beispielsweise auf besonders seltene Baumarten, durch Waldschäden gefährdete Baumarten und für das Ökosystem relevante Bäume hinweisen. Die Entscheidung treffen jährlich die gemeinnützige „Baum des Jahres“-Stiftung mit Sitz in Rehlingen im Saarland und ihr Fachbeirat. Der erste Baum des Jahres war 1989 die Stieleiche, im Jahr der Wiedervereinigung wurde die Linde als Symbol der Freiheit und des Friedens gewählt. Baum des Jahres 2020 ist die Gewöhnliche Robinie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.