Musiker feiern das Leben – 13 Stunden lang

Spendenstream-Festival für Tobias Behrens im Bebraer Lokschuppen begeisterte die Fans

Gute Location, bester Zweck: Gleich drei Auftritte legte das Obersuhler Drumcorps BIMotion im Lokschuppen hin, hier verfolgt von Videokameramann Maik Sarodnick (links) und beobachtet von den DJs Jack Lack alias Oliver Götz (vorne) und Dominik S. – rechts auf der „DJ Stage“. ALLE
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Gute Location, bester Zweck: Gleich drei Auftritte legte das Obersuhler Drumcorps BIMotion im Lokschuppen hin, hier verfolgt von Videokameramann Maik Sarodnick (links) und beobachtet von den DJs Jack Lack alias Oliver Götz (vorne) und Dominik S. – rechts auf der „DJ Stage“. ALLE

Mit dem Spendenstream-Festival im Bebraer Lokschuppen am Samstag soll dem an Blutkrebs erkrankten Tobias Behrens geholfen und für Stammzellentests und -spenden geworben werden.

Bebra - Es ging um eine ernste Sache - dafür gaben alle Beteiligten alles. Ohne jedes Honorar. Dreizehn Stunden lang. Letztendlich feierten sie das Leben.Angefangen bei Leander Heises Trompetentrio, das das Festival mit einer Fanfare eröffnete, den wieder mächtig auf die Pauke hauenden Jungs und Mädels vom Obersuhler Drumcorps BIMotion und den verschiedenen Gruppen des Tanzstudios Spotlight bis hin zu den DJs Jack Lack und M.i.B., die bis weit nach Mitternacht für bisweilen ekstatische Club-Stimmung sorgten. Im Gespräch mit Simon Becker, der die gesamte Veranstaltung moderierend und interviewend begleitete, gestand Jack Lack alias Oliver Götz: „Ich liebe es zu eskalieren!“

Das war tatsächlich so, denn der aus Pirna stammende drahtige, kleine, große „Schwungprofi“ rockte, hüpfte und legte den „dollsten“ Mix auf. Neben szenisch Angesagtem sang die Eiskönigin zwischendurch schon mal „Let it Go“, selbst Pippi Langstrumpf war mit von der Partie - und überraschenderweise auch Kai: „Kai hat heut frei und isst bei Markus eine Bratwurst.“ Aber das war noch längst nicht alles. Um 23.51 Uhr erfolgte die weithin bekannte Aufforderung, die Bebras Ehrenbürgermeister Horst Groß begeistert hätte: „Und dann die Hände zum Himmel!“ Wenig später ertönte à la Matthias Reim als ganz besondere Liebeserklärung in ganz besonderen Zeiten die Matze-Knop-Song-Parodie: „Verdammt, ich impf mich!“

Beim Abgang stellte Jack Lack in Aussicht, sich zusammen mit weiteren Aktiven, die Haare abrasieren zu lassen, wenn die Spendensumme 4000 Euro erreicht. Die war bei seinem Auftritt bis auf 3295 Euro geklettert. Online erreichte sie in der Nacht den stolzen, im Lokschuppen glatt gemachten Betrag von 3500 Euro, der in voller Höhe der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zugutekommen wird – und damit dem Frontman der Gruppe Bäckside, Tobias Behrens.

Alle geben alles: Neben den Jungs von Friend to Rent (Foto), die nicht nur mit dem Police-Hit „Message in a Bottle“ überzeugten, traten als weitere Bands Soundsuit, Ohne Gewehr und Red Carpet auf der „Band Stage“ mit vollem Einsatz in Erscheinung.

Für „Tobi“ engagierten sich nach Angaben der Co-Veranstalter Simon Becker und Patrick Kreuzberger von Taktgefühl rund 70 Leute mit Ausrüstung und Arbeit, aber auch die Bürgermeister Stefan Knoche und Christian Grunwald, die alle Live-Streamer aufforderten, „Gas zu geben“ und zu spenden. Deren Zahl war laut Lokschuppen-Chef Matthias Bähr, der von der Taktgefühl-Spendenstream-Festival-Mischung aus BIMotion, Tanzgruppen, Bands und nicht zuletzt acht DJs sowie von deren Motivation zu helfen total begeistert war, bei Redaktionsschluss noch nicht bezifferbar. Patrick Kreuzberger schätzte sie auf rund 3000.

Von Wilfried Apel

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