Spitze der Auferstehungskirche schwebte per Kran vom Turm

Bebra. An den Anblick werden sich die Bebraner gewöhnen müssen: Seit Mittwochmittag fehlt der sogenannte Helm, die gewölbte Spitze auf dem Turm der Auferstehungskirche.

Mit einem schweren Kran wurde das mehrere Meter hohe Teil vom Turm in den Garten der Kirche gehoben.

Viele Zuschauer blickten in den Himmel, als der längliche Helm entlang des Gebäudes sanft hinabschwebte. Bereits am Montag hatte ein Bauunternehmen mit den Vorarbeiten begonnen. Am Helm brachten sie eine Holzkonstruktion an, mit deren Hilfe sich das Bauteil abtransportieren ließ.

Hatten die Arbeiter die Vorarbeiten mit einem leichteren Kran erledigt, rückte für den eigentlichen Transport ein 130-Tonnen-Mobilkran an. Von einem Metallkorb aus zertrennten zwei Arbeiter mit der Motorsäge mehrere Holzbalken. Dann setzte sich der mehrere Tonnen schwere Helm in Bewegung.

Bei der Entfernung des Helms handelt es sich um eine Rettungsaktion für den Kirchturm. Es habe sich gezeigt, dass die Holzkonstruktionen im Helm und in der darunter liegenden Turmzwiebel von Schädlingen befallen seien, erklärte Hendrik Pfeiffer vom Bauunternehmen Pfeiffer aus der Nähe von Weimar. Außerdem war Wasser eingedrungen. Die Stabilität der Turmspitze sei nicht mehr gesichert gewesen.

Nun warten sowohl der Helm im Garten der Kirche als auch die Turmzwiebel auf eine umfassende Sanierung. Das verwendete Weichholz solle vollständig durch Eichenholz ersetzt werden, erklärte Pfarrer Martin Schacht. Die Sanierung werde etwa 400 000 Euro kosten, von denen die Kirchengemeinde 100 000 Euro aufbringen muss.

Einen Bruchteil davon haben Mitglieder des Kirchenvorstands bereits gesammelt. Eine groß angelegte Spendenaktion soll am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, beginnen. „Das wird eine große Aufgabe“, sagte Pfarrer Alexander Ulrich. Möglicherweise würden einige Jahre vergehen, bis die Restaurierung erfolge.

Der Kirchturm war bei einem Bombenangriff auf Bebra Ende 1944 zerstört und wenige Jahre danach wieder aufgebaut worden. Mit Zinkblech hat die Baufirma die entstandene Öffnung nun für den Übergang abgedeckt.

Von Achim Meyer

Kran entfernte Turm der Auferstehungskirche in Bebra

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.