Letzte Ruhe unter Bäumen

Stadt Bebra hat Pläne für die Neugestaltung des Friedhofs

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Viel Platz für die Neugestaltung: Die freie Rasenfläche vor der Friedhofshalle soll mit Bäumen und Urnengräbern einen parkähnlichen Charakter bekommen.

Auf der freien Rasenfläche vor der Friedhofshalle sollen drei kreisrunde Grabanlagen mit jeweils mindestens 48 Urnengräbern entstehen.

Die Stadt Bebra hat Pläne für eine Neugestaltung des Friedhofs am Martholzweg: Der städtische Friedhof soll aufgewertet werden und mit Bäumen im jeweiligen Zentrum der Grabkomplexe einen Parkcharakter erhalten. Die Arbeiten könnten noch im Herbst beginnen.

Wenn es um die letzte Ruhe geht, schläft die Konkurrenz nicht. Das wurde jüngst bei einer Infoveranstaltung des Seniorenbeirats zur Zukunft des Bebraer Friedhofs deutlich. „Wir brauchen entsprechende Angebote, um eine Abwanderung zu verhindern“, hatte Pfarrer Martin Schacht mit Blick auf Friedwälder, die Nachfrage nach Urnenbestattungen und den Trend zur individuellen Grabgestaltung gefordert. Gerade die freie Fläche vor der Friedhofshalle könne „zum Aushängeschild des Friedhofs von Bebra“ werden.

Es gibt schon länger Pläne, den Vorplatz der Halle neu zu gestalten. Im vergangenen Jahr hatte die Bebraer Friedhofskommission das Konzept eines Steinmetzbetriebs abgelehnt, der eine Röhrenlösung mit bis zu vier Urnengräbern untereinander vorsah. In der Kommission sind alle Institutionen vertreten, die mit Tod zu tun haben: von Bestattern über Steinmetze bis zu Gärtnern und Kirchenvertretern. Das neue Konzept der Baumurnengräber überzeugte allerdings, auch der Bebraer Magistrat stimmte den Plänen am Montagnachmittag zu.

Herausforderung für Gehbehinderte: Die Wege auf dem Friedhof am Martholzweg sollen erneuert werden.

Um optische Unruhe zu vermeiden, sei ein einheitliches Bestattungsbild nötig, sagt Bürgermeister Uwe Hassl. Zugelassen seien daher einheitliche Granitgrabsteinplatten im Format 40 mal 40 Zentimeter, die im Kreis um die Bäume angeordnet werden. Um die Gestaltung kümmert sich der städtische Bauhof. Ab Herbst sollen die Rasenfläche eingeebnet und die Gräber angelegt werden. Für eine Beerdigung werde dann der Grabstein abgenommen und der entsprechende Name in die Grabplatte eingraviert. „Vieles können wir in Eigenleistung schaffen“, sagt Bauhofleiter Christian Sass. Ein Preis für die Grabsteine müsse noch eingeholt werden.

Der Pflegeaufwand auf dem Bebraer Friedhof soll sich durch die Neugestaltung nicht erhöhen, sagt Erste Stadträtin und Seniorenbeiratsvorsitzende Ilse Koch. Dafür ist die Stadt auf die Friedhofsbesucher angewiesen: So sollen Hinterbliebene darauf verzichten, Grabschmuck wie Vasen und Engelchen an den Urnengräbern abzulegen – und dazu auch per Friedhofsatzung verpflichtet werden. Zudem soll es möglich sein, schon zu Lebzeiten Baumurnengrabfelder zu erwerben. Auch das soll die Satzung regeln. Eine Gebührenerhöhung stehe noch nicht fest, sei aber vor den Plänen zur Umgestaltung schon im Gespräch gewesen.

Die neuen Gräber sind nicht die einzige Baustelle auf dem Bebraer Friedhof: Die Wege sind für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung teils schwer zu bewältigen. Im Haushalt für 2019 sind etwa 9000 Euro für die Reparatur der Hauptwege eingeplant.

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