Vorreiter Spielplatz

Stadterneuerung läuft an: Erste Projekte in Bebra werden konkreter

Platz fürs Familienzentrum: Das Großprojekt der Stadterneuerung im Göttinger Bogen könnte in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule entstehen.
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Platz fürs Familienzentrum: Das Großprojekt der Stadterneuerung im Göttinger Bogen könnte in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule entstehen.

Seit drei Jahren bereitet Bebra die Stadterneuerung im Göttinger Bogen und der nordwestlichen Kernstadt vor. Nun werden einige Projekte konkreter.

Bebra – Eine Vorreiterrolle könnte dabei dem Spielplatz in der Grimmelsbergstraße zukommen, auf dem ein zweiter Wasserturm entstehen soll – nur diesmal bekommt das Bebraer Wahrzeichen zwei Rutschen. Auch für das Leuchtturmprojekt Familienzentrum an der Luisenstraße gibt es Pläne.

Das Familienzentrum

Bereits am kommenden Donnerstag soll das Stadtparlament über einen Tausch mit dem Landkreis abstimmen: Bebra tritt ein Doppelhaus samt Grundstück an der Breitenbacher Grundschule an den Kreis ab, der das Gebäude für die Nachmittagsbetreuung nutzen will. Die Stadt bekommt dafür rund 5000 Quadratmeter Fläche auf dem ehemaligen Sportplatz auf dem Gelände der Brüder-Grimm-Grundschule im Göttinger Bogen, wo das Familienzentrum mit Kita entstehen soll. „Das ist eine Win-Win-Situation für die Stadt und den Kreis“, sagt Bürgermeister Stefan Knoche – zumal Bebra dringend die Kitaplätze braucht.

Stadterneuerung mit Bürgerbeteiligung

2018 wurde Bebra in das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ aufgenommen (damals noch „Soziale Stadt“). Seitdem wurden mit Bürgerbeteiligung – etwa bei Stadtteilrundgängen – Stärken und Schwächen im Göttinger Bogen und der nordwestlichen Kernstadt in ein Entwicklungskonzept gegossen. Ziele sind die Verbesserung von Wohn- und Lebensqualität in den Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf, die Integration aller Bevölkerungsgruppen und die Stärkung des Zusammenhalts. Über das Förderprogramm können bis 2028 Projekte beantragt werden. Werden alle im Isek angedachten Pläne umgesetzt, würden geschätzte 20 Millionen Euro in die Stadterneuerung fließen. Erfahrungswerte zeigten, dass etwa 11,8 Millionen Euro in vergleichbaren Kommunen investiert wurden, so Bauamtsleiter Schuster. Rund 1,2 Millionen Euro Fördermittel sind Bebra bereits sicher. 

Derzeit wird außerdem die Architektensuche für das Leuchtturmprojekt der Stadterneuerung vorbereitet. Auch ein Ideenwettbewerb unter den Bewerbern sei denkbar, so Knoche. Der Bürgermeister hofft, dass der Architekt für den Neubau mit erwarteten Kosten von rund fünf Millionen Euro bis zum Frühjahr 2022 gefunden ist.

Der Spielplatz

Wohl am weitesten fortgeschritten ist die Planung an der Grimmelsbergstraße. Der Spielplatz im Göttinger Bogen soll mit Spielgeräten, einem Seilparcours, einer Wasserspielanlage und einem Rutschenturm aufgewertet werden, der dem Bebraer Wasserturm nachempfunden ist. Miteinbezogen in die Planung wurden auch die Anwohner und Eltern aus dem Einzugsgebiet des Spielplatzes, betont Uli Rathmann vom Fachbereich Generationen. Eine zweite Beteiligung ist geplant, weil der Spielplatz später um die Flächen erweitert werden soll, die derzeit noch als Parkplätze dienen. Geplant sind für den ersten Abschnitt zunächst Investitionen in Höhe von 175.000 Euro, gefördert wird der Umbau mit etwa 70 Prozent. Der Rutschenturm aus Robinienholz muss noch von der Firma Spielart aus Laucha (Thüringen) gefertigt werden. Erste Veränderungen werden ab September zu sehen sein, so Bauamtschef Patrick Schuster.

Das Quartiersmanagement

Die Projektsteuerung und das Quartiersmanagement übernimmt das Kasseler Planungsbüro NH Projektstadt, das mit dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) bereits das Drehbuch der Stadterneuerung ausgearbeitet hat. Die Stadt rechnet mit jährlichen Kosten für die Planer von bis zu 182.000 Euro (Förderung möglich), abgerechneten wird nach tatsächlichem Aufwand. Derzeit laufe die Suche nach Räumlichkeiten für das Quartiersmanagement im Göttinger Bogen, bis es als Bindeglied zwischen Politik, Bürger und Verwaltung in das Familienzentrum umziehen kann, so Knoche.

Die weiteren Baustellen

Ebenfalls vorbereitet wird die Ausschreibung der Neugestaltung des Rathausmarktes und dessen Umfeld. Die Planer sollen „mit allen Wünschen, die es derzeit gibt“ versorgt werden und einen Entwurf erarbeiten, so Knoche. Ähnlich ist die Lage bei der Verschönerung des Mende-Parks und einem Verkehrskonzept für die gesamte Stadt, das den Radwegeausbau berücksichtigen, aber auch Angsträume wie Unterführungen und Problemstellen wie den Bebrittunnel beseitigen soll. (Clemens Herwig)

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