Bau statt Büro: 600 Schüler im Bildungszentrum Bau

Fünf Schüler der Gesamtschule Schenklengsfeld üben sich unter Anleitung der hinten stehenden drei jungen Männer im Pflastern. Hinten von rechts Obermeister Klaus Stöcker und von der Arbeitsagentur Horst Kramer. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Sichtlich Spaß macht den vier Mädchen von der Gesamtschule Schenklengsfeld das Fliesen. Philip Leppmair (Friedewald), zeigt ihnen, wie man's macht.

Auch beim Mauern, Sägen und im Straßenbau können sie und ihre Mitschüler sich ausprobieren. Zahlreiche Azubis, die sich schon für einen Bauberuf entschieden haben, ehemalige und aktuelle Ausbilder am Bildungszentrum Bau Osthessen in Bebra leiten die Siebt- und Achtklässler an.

Über 600 Schüler nutzen innerhalb von zwei Wochen das Angebot, sich im Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft in Bebra jeweils einen Vormittag lang zu informieren. „Wir wollen Freude und Begeisterung wecken“, sagt Obermeister Klaus Stöcker. Denn das Handwerk hat Nachwuchsprobleme - trotz ordentlicher Bezahlung. Dringend gesucht werden auch Handwerker für Führungspositionen.

Aufstiegsmöglichkeiten 

Die guten Aufstiegsmöglichkeiten zum Vorarbeiter, Polier bis hin zum Lehrberuf stellt auch Hans Wilhelm Saal heraus, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Bauberufe haben zudem den Vorteil, dass die Handwerker nicht den ganzen Tag im Büro sitzen müssen. Wie gut zurzeit die Chanchen auf einen Ausbildungsplatz sind, weiß der stellvertretende Leiter der Arbeitsagentur, Horst Kramer. Im Kreis kommen auf 100 Schüler 120 Ausbildungsplätze, erklärt er. Es sei ein Fehler zu glauben, dass nur das Abitur gute Berufsaussichten biete. Die Arbeitsagentur trägt die Hälfte der Kosten für die Tage der offenen Tür auf der Lehrbaustelle, wie das Bildungszentrum zuvor hieß. Mit Hinweis auf die Internetseite Futuromat betont Kramer auch, dass die Bauberufe Zukunft haben und nicht durch Robotor ersetzbar sind.

Osthessen eine Bauregion 

Als Bauregion bezeichnet Landrat Dr. Michael Koch den Landkreis. „Unsere Leute bauen in Südhessen“, sagt Koch und lobt das Bildungszentrum Bau Osthessen in Bebra für sein Engagement, Nachwuchskräfte zu gewinnen und auch Flüchtlinge einzubeziehen.

Junge Frauen in Bauberufen sind noch handverlesen, sagt Stöcker, aber auch ihnen legen er und Saal das Bauhandwerk ans Herz. Beim Probe-Fliesen in der Lehrwerkstatt treffen wir Pia Hollstein. Die Achtklässlerin von der Gesamtschule Schenklengsfeld kann sich vorstellen, auf dem Bau zu arbeiten und überlegt, das Zimmerhandwerk zu erlernen. Im Betrieb ihres Vaters hat sie schon öfter mitgeholfen, so erzählt sie.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung oder im E-Paper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.